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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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Borosnyö ein kleiner Ausflug südlich in das romantische Thal des Bosauflusses (Bodza) 
gemacht. 
Von Nagy-Borosnyö führt über Kis-Borosnyö eine treffliche Landstraße, die nach 
der Ansiedlung Nagypatak anfängt, mit großer Steigung den 800 Meterhohen Ladöcztetö 
zu erklimmen. Von da senkt sie sich zwischen schönen Alpenmatten zum Dörfchen Bodza 
fordulö nieder, das seinen Namen (Bosanwende) nach einer plötzlichen Schwenkung des 
Bosanbaches führt, und erreicht hier den von Nyen herkommenden Straßenzng. Von 
Bodzafordulö abwärts findet man Szita-Bodza und unterhalb davon die Mikes'sche 
Glashütte, wo am rechten Ufer der Grenzbach Große Kraszna, am linken der Kleine Kräszna- 
bach in die Bosau fallen. Hier an der Landesgrenze steht das neue Zollamt, dem gegen 
über, schon auf rumänischem Gebiet, der 1664 Meter hohe Sziltonberg aufsteigt, mit 
einem herrlichen Meerauge, das, von dichtem Buchenwald umgeben, an seiner östlichen 
Flanke unter dem Gipfel liegt. Der eigentliche Bodzapaß beginnt unterhalb des Zoll 
amtes. Vielfach führt der Weg ans hohen, durch Stützmauern gesicherten Dämmen, 
über dem Bett der Bosan, steilen Felswänden entlang. Weithin klimmt er an 
schwindeligen Abgründen vorbei, in deren Tiefe die Bosau von Fels zu Fels schäumt. 
Geht man von Bodzafordulö südwärts der Quellgegend des Bosanbaches zu, so erblickt 
man das alte Bodzaväm (Bosauzoll) und gelangt über den Paß von Tatarhavas 
und das alte Bodza auf rumänisches Gebiet. Auch hier herum ist die Gegend von großer 
alpiner Schönheit. 
Westlich von Bodzafordulö führt eine gute Landstraße nach Nyön, das ins Tatrang 
thal hineinschaut, und der einstigen, von den deutschen Rittern gegründeten Crucebnrg 
(Kreuzburg), wo linkerhand, dem Tatrangbach ganz nahe, Dorf Bodola, der Stammsitz 
der Beldi, mit deren Schloß, liegt. Rechts von Nyen, in den Thälern der Vorberge des 
Bosaugebirges, liegen mehrere hübsche Dörfer, bis Egerpatak hinauf. Von hier soll man 
das nahe Rety besuchen, um eine der großen Natnrschönheiten des Comitates, das Reiher 
Ried (röt^i n;4r) zu sehen. 
Der eigenthümliche, röthlich glänzende Sand, der diese Ebene bedeckt, besonders 
aber die nach Hunderten zählenden Seen verrathen, daß hier einst Wohl ein einziges 
ungeheueres Seebecken war. Es trocknete aus und ließ den Sand zurück, in dem jetzt Birken 
und Erlen üppig gedeihen. An den tiefer gelegenen Stellen, 40 bis 50 Fuß von einander, 
blinken kleine Seen, alle regelmäßig gerundet, zwischen schlanken Birken und dunklem 
Erlenlaub hervor. In einigen wachsen mannshohe Binsen. Der filzige Moosboden bildet 
breite Flecke und Pfade, und grünlich-gelbe Algen fließen gleichsam ans dem Wasserspiegel 
zusammen. Manche Seen sind ganz überwachsen von schwefelgelben Sumpfblumen. 
Neben den kolbigen Halmen des schwertblätterigcn Schilfes öffnen sich die seltsam
	        
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