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haben sich unter Maria Theresia aus dem Mutterdorfe Alt-Tohan (O-Tohan) hieher
verzogen, weil sie nicht mit den Katholiken verschmelzen wollten. Alt-Tohan liegt weiter
unten, linksab, und fällt durch die halb und halb szdklerische Tracht der Einwohner auf.
Am 21. August 1690 errang hier Thököly seinen denkwürdigen Sieg über General Heisler,
den Obercommandirenden in Siebenbürgen, wobei Michael Teleki siel. Heisler erwartete
den Feind im Törzbnrger Passe, wo er in der Eile szeklerische, ungarische und deutsche
Truppen znsammengezogen hatte. Thököly nahm ihm nur eine Schanze weg und ließ ihn
hier durch Scheinangriffe in Athem erhalten, während er selbst niit einer ausgewählten
Schar den überaus kühnen Streich vollführte, die Alpen zu übersteigen, um nach drei
tägiger Rast von hinten her durch das Thal über Zernyest im Rücken der Labanczen zu
erscheinen. Rasch zog Heisler seine Truppen von Törzburg dahin und stellte sie in Schlacht
ordnung: die deutschen Regimenter voran, hinter ihnen die Szekler unter Michael Teleki.
Büffelgesxaim.
Ihm gegenüber, den Rücken gegen Zernyest, stand Thökölys Volk: voran Tataren, dann
ungarische Haiducken, hinten Janitscharen, insgesammt mindestens das Doppelte der
Labanczentruppen. Durch einen Scheinangriff theilte Thököly ihre Aufmerksamkeit und
Kraft, und obgleich die Labanczen gut schossen und überhaupt tapfer kämpften, wurden
sie doch durch den raschen und übermächtigen Vorstoß der türkischen Truppen durchbrochen
und mußten weichen. Heisler wurde gefangen, Teleki aber stürzte mit dem Pferde und starb
unter den Säbeln des Feindes. So war Siebenbürgen mit einem Schlage des militärischen
und politischen Oberhauptes beraubt und für einige Zeit in Thökölys Hand.
Zernyest liegt im anmuthigen Thale unter dem Königsstein. In früherer Zeit war
es eine Gemeinde von Fuhrleuten, deren Frachtwagen bis Pest und Wien hinauf
verkehrten. Jetzt ist es von Bauern und Gewerbslenten bewohnt. Es gibt auch Bergbau
ans silberhältiges Bleierz und etwas Fabriksthätigkeit, die einzige große Fabrik im
Comitate, von Deutschen mit rumänischen Arbeitern betrieben. Zur Verwerthung des in
der Gemarkung befindlichen Waldbestandes von 118 Quadratkilometer ist von Kronstadt