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dann zum Sitz der politischen Organisation der Sachsen. Der Königsrichter von
Hermannstadt war zugleich der Lomes (Gespan) der sächsischen Nation, und in diesem
Sinne war Hermannstadt bis zur Auflösung des sächsischen Municipiums im Jahre 1876
die Hauptstadt des „Königsbodens". In der Zeit nach 1691 war es Sitz des
österreichischen Militärgonverneurs und als solcher die militärische Hauptstadt von
Alte Thürmc der Stadtmauer in Herrnanustadt.
Siebenbürgen. Gegenwärtig führt der Obergespan des Hermannstädter Comitats zugleich
den Titel eines Lomes der Sachsen und hat den Vorsitz in den Versammlungen der
sächsischen Universität, in deren Wirkungskreis jetzt nur noch die Verwaltung ihres zu
rein culturellen Zwecken verwendeten Vermögens fällt. Hermannstadt ist eine Stadt mit
geordnetem Magistrate und Sitz des Comitats. Seine Einkünfte aus Liegenschaften,
namentlich Forsten, bilden eine sichere Grundlage seines Haushaltes, ohne daß es die
Bürger mit bedeutenderen Beitragsleistungen zu belasten brauchte; es konnte in dieser
Weise sogar eine vorzügliche Wasserleitung und ein großes Elektricitätswerk schaffen.