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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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Das Alein-Äokler Comitat. 
Das Klein-Kokler Comitat (Kis-Küküllömegye) wurde im Jahre 1876 fast ganz 
aus dem Gebiete des alten Kokler Comitats gebildet. Es ist nur 1645'82 Quadratkilo 
meter groß, also eines der kleinsten Comitate der siebenbürgischen Theile. Es liegt in der 
Mitte des siebenbürgischen Beckens. Im Süden ist es fast der ganzen Länge nach durch 
den Großen Kokelfluß vom Groß-Kokler Comitat getrennt. Östlich stößt es an das Groß- 
Kokler und Udvarhelyer, nördlich an das Maros-Tordaer und Torda-Aranyoser, westlich 
und südwestlich an das Unter-Albenser Comitat. Seine Bodengestalt ist von niedrigen 
Höhenzügen bestimmt, die im Zwischenlande der Kokelflüsse und im Marosgelände 
verzweigt, dem großen und kleinen Kokelflnß parallel von Ost nach West ziehen und 
deren höchster Gipfel nur 650 Meter hat. 
Die Gewässer gehören dem Stromgebiete des Maros an. Dieser bespült die 
Nordgrenze des Comitats, das er von Maros-Torda und Torda-Aranyos trennt. 
Der Kleine Kokel tritt bei Bladenmarkt (Balaväsära) in das Comitatsgebiet ein, wo 
der stürmische Gebirgsbach ein stiller Fluß wird, der sich in geschlängeltem und 
schlammigem Bette langsam gegen Nordwesten bewegt und bei Station Küküllößög 
der Eisenbahnlinie Budapest-Predeal in den Großen Kokelfluß fällt. Letzterer begleitet, 
mit kleinen Unterbrechungen, überall die Südgrenze des Comitats, bis er sich mit dem 
Kleinen Kokelfluß vereinigt. 
Das rechte Ufer der beiden Kokel zeigt meistens hohe Lehmwände, das linke böscht sich 
sanft ab und ist an tieferen Stellen von Überfluthungsstreifen begleitet. Darum ist auch 
die Hügelkette, die sich zwischen den drei Flüssen als Wasserscheide hinzieht, im links 
seitigen Gelände der Flüsse durch längere Querthüler unterbrochen, während im rechts 
seitigen der Grat der Wasserscheide oft knapp über dem Fluß verläuft. Auch der Boden 
des Comitats besteht dem entsprechend am rechten Ufer der Flüsse aus gelbem Thon 
schiefer oder Mergel, am linken aber aus weniger gebundenen:, sandigem Thon. Kies-, 
beziehungsweise Sandsteinschichten kommen nur um Schärschken (Magyar-Säros) vor. 
Bedeutende Seen oder Sümpfe gibt es nicht, dagegen mehrere Salzquellen. Unter diesen 
sind die jodhaltigen Salzquellen von Borzäs, Schärschken und Bassen (Felsö-Bajom) 
die bemerkenswerthesten. 
Das Comitat gehört im Allgemeinen zu den fruchtbarsten Gegenden der sieben 
bürgischen Theile. Es hat verhältnißmäßig sehr wenig unbebauten Boden, weil auch die 
breitrückigen sanften Erhebungen meist als Ackerfelder dienen. Von den 171.740 Hektar 
Bodenfläche sind nur 7450 Hektar unfruchtbar; 77.110 Hektar sind Ackerland, 
29.303 Wald, 21.204 Weide, das Uebrige ist Wiese, Garten und Weingarten. Die Grate
	        
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