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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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alte Weib erfreut sich eines großen Ansehens. Spuren ehemaligen matriarchalischen 
Lebens sind noch jetzt zu erkennen. So tritt der Mann bei der Eheschließung ans der 
Sippe seiner Eltern in die seiner Frau über. Auch vön ihrer verschollenen Urreligion 
seien einige dunkle Züge erwähnt. Sie 
glauben, die Erde bestehe seit aller 
Ewigkeit und sei die Hervorbringerin 
alles Guten. Von Gott (äol, äavsl, 
haben sie nur unklare Begriffe. Sie 
glauben an Teufel (bongi), Hexen und 
Krankheitsdämonen, Erd-, Berg- 
und Wassergeister (plluvim. üsSnlji, 
i>iv-mi), gute und böse Feen (urmo). 
Im Jenseits setzen die Geister ihren 
diesseitigen Zustand fort. Bei den 
Todten wird geschworen, 
ihre Gräber werden besucht. 
Die eigenthümliche und 
geheimnißvolle, interessante 
und romantische Rasse der 
Zigeuner ist durch ihre von 
den westlichen Völkern ganz 
abweichende, primitive und 
Zeltzigeuner und Zigeunerin. absonderliche Lebensweise, 
ihren nnbezwinglichen Frei 
heitstrieb und ihre beängstigende Geheimthuerei ein Hanptelement der romantischen 
Poesie geworden, ehe noch Jemand ahnte, daß die Zigeuner selbst eine werthvolle 
eigene Poesie besitzen. Der Zigeuner liebt das Lied nicht wenig. Auf seinen ziellosen 
Wanderungen, in der Trägheit des Zeltlebens hat er Zeit zu singen. Mit Gesang kürzt 
er sich den Weg, verlängert er sich die Rast. Der Lerche gleich, grüßt er den Morgen
	        
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