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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 6

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der  geräumige  Berggipfel  schier  unnahbar.  In  der  Csik  steht  die  Burg  Csicsö  auf  einem
länglichen  Felsgipfel,  der  gegen  Süden  senkrecht  abfüllt,  während  die  nördliche  Seite  durch
eine  Mauer  geschützt  war.  Ein  anderes  Beispiel  des  theils  natürlichen,  theils  künstlichen
Befestigungswerkes  ist  Poganyvar  (Heidenburg)  in  der  Csik.  Da  ist  ein  ringsum  steiler
Felsgipfel;  der  in  Felsen  gehauene  Aufgangsweg  und  der  Eingang  war  durch  eine  halbkreisförmige ­
  Bastei  und  Mauer  geschützt,  und  zwar  so,  daß  der  emporsteigende  Feind  mit
seiner  ungedeckten  Rechten  der  Bastei  zugekehrt  war.  Budvar  im  Comitat  Udvarhely  ist
auf  der  einen  Seite  durch  einen  steilen,  zerrissenen  Absturz,  auf  der  anderen,  zugänglichen,
durch  eine  Mauer  geschützt,  längs  deren  auch  die  Reste  eines  viereckigen  Thurmes  zu  sehen
sind.  Burg  Firtos  in  demselben  Comitat  stand  auf  der  rundlichen  Platte  eines  Berggipfels,
der,  aus  einem  Gewühl  von  Felsthürmen  emporsteigend,  auf  einer  Seite  schroff  abfiel,  auf
der  anderen  mit  mächtigen  Mauern  und  Schanzen  befestigt  war.  Unter  den  vollständig
ummauerten  Zufluchtsstätten  ragt  durch  hohe  Lage,  großen  Umfang  und  den  noch  jetzt
imposanten  Eindruck  ihrer  Mauern  besonders  die  Csiker  Burg  Balvänyos  im  Tusnader
Engpaß  hervor.  Rabsonnevära  (Burg  der  Frau  Rabson)  im  Comitate  Udvarhely  ist
von  geringerem  Umfang  und  bildet  ein  regelmäßiges  Viereck;  die  eine  Schmalseite  zeigt
Spuren  des  Einganges,  die  andere  Schmalseite  schließt  mit  einem  Halbkreis.  Unter  den
ganz  ummauerten  und  mehr  oder  weniger  regelmäßig  geformten  erinnern  einige  mit  ihren
halbrunden  Eckbasteien  an  römische  Festungswerke.  So  in  Udvarhely  die  Burgen  Bägy
und  Kadäcs,  in  Haromßek  Burg  Kincsäs  (runder  Thurm).  Alle  übertrifft  die  schon
erwähnte  Haromßeker  Bälvänyos-Burg.  Sie  steht  in  der  Nähe  des  Büdösberges
auf  dem  Gipfel  eines  hohen,  steilen,  kegelförmigen  Felsberges;  ihre  Anlage  entspricht  der
der  mittelalterlichen  Burgen,  sie  ist  also  vollständiger  geschützt;  ihr  ganzes  Gebiet  ist  mit
einer  gewaltigen  Steinmauer  umgeben;  sie  hat  eine  geräumige  Außcnburg,  die  sich  schief
am  Abhange  des  Bergkegels  lagert,  und  eine  kleine  innere  Burg,  an  deren  Ecke  der  Überrest ­
  eines  viereckigen  Thürmchens  auffällt;  der  Weg  hinan  zum  Eingänge  der  Außenburg
ist  so  angelegt,  daß  der  emporsteigende  Feind  den  Vertheidigern  die  ungedeckte  rechte  Seite
zukehren  mußte.  In  Folge  der  Völkerwanderung  kamen  im  Lande  und  in  der  Nachbarschaft
neue  Völker  an  die  Stelle  der  alten.  Im  Lande  ließen  sich  die  „landnehmenden"  Magyaren
nieder,  in  der  Nachbarschaft  aber  waren  die  Kumanen  und  Petschenegen  die  neuen  Völker,
welche  die  Inhaber  des  Landes  beunruhigten.  Sehr  wahrscheinlich  dachten  also  schon
Stephan  der  Heilige  und  seine  nächsten  Nachfolger  an  Schutz  gegen  die  Einbrecher,  nur
kennen  wir  ihre  diesem  Zwecke  dienenden  Bauten  nicht.  Wir  können  annehmen,  daß  sie
nach  römischem  Beispiel  die  Pässe  befestigten  und  gewiß  auch  nicht  säumten,  die  schon  von
den  Römern  in  den  Pässen  und  deren  Umgebung  errichteten  Wachtthürme,  nebst  anderen
aus  alter  Zeit  erhaltenen  Befestigungswerkeu  zu  benützen.
            
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