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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Versammelten  Stände  wählten  einstimmig  und  freudigen  Herzens  Johann  Hunyadi  zum
Regenten  des  Landes  (am  5.  Juni  1446).
Hunyadi  steh  um  Friedrich  zur  Herausgabe  des  Königskindes  und  der  Krone  zu
zwingen,  schon  im  Herbste  desselben  Jahres  in  Steiermark  ein,  rückte  von  dort  bis
Wiener-Neustadt  und  Fischamend  vor,  konnte  jedoch  nichts  w  eiter  erringen  als  die  Rückgabe ­
  Raabs.  Nachdem  auch  die  unter  Mitwirkung  des  päpstlichen  Legaten  gepflogenen
Unterhandlungen  erfolglos  blieben,  erwählten  endlich  die  unzufriedenen  österreichischen
Stände  Ulrich  Eytzinger  zu  ihrem  Oberhauptmann,  schlossen  ein  Bündniß  mit  den  Böhmen,
Mährern  und  Ungarn  (am  5.  März  1452),  und  belagerten  und  bedrängten  Friedrich  so
lange  in  der  Festung  von  Wiener-Neustadt,  bis  er  Ladislaus  in  die  Hände  Ulrichs  von
CM  auslieferte  (am  4.  September).
Der  im  zartesten  Alter  stehende  König  gerieth  nun  vollständig  in  die  Macht  Ulrichs
von  CM,  der  Eytzinger  vom  Hofe  entfernte  und  die  moralische  Vergiftung  des  minderjährigen ­
  Ladislaus  in  systematischer  Weise  betrieb.  Hunyadi,  der  seinen  König  lieber  unter
der  Vormundschaft  Friedrichs,  als  in  den  Händen  des  unsittlichen  Cilli  gesehen  hätte,
nahm  bald  wahr,  daß  Letzterer  ihn,  Hunyadi,  des  Strebens  nach  der  Krone  zu  verdächtigen
und  ihn  dadurch  auch  zu  stürzen  strebe.  Er  reichte  infolge  dessen  in  den  ersten  Tagen  des
Jahres  1453  seine  Abdankung  von  der  Regentschaft  ein.
Der  dreizehnjährige  Ladislaus  übernahm  hierauf  selbst  die  Zügel  der  Regierung,
empfing  die  Huldigung  der  Stände  auf  dem  Preßburger  Reichstage  (im  Januar  1453),
beschenkte  Hunyadi  mit  der  erblichen  Grafschaft  von  Bistritz,  sowie  mit  den  Herrschaften  von
Deva  und  Görgeny  und  ernannte  ihn  zum  Landesobercapitün,  sowie  dessen  Sohn,  den
zwanzigjährigen  Ladislaus,  zum  Ban  von  Kroatien  und  Dalmatien.
Hunyadi  leitete  als  Regent  unter  schwierigen  Verhältnissen  sechs  Jahre  hindurch
die  Angelegenheiten  des  Landes.  Er  eilte  Stander  Beg  zu  Hilfe,  der  gegen  die  Türken
einen  Kampf  auf  Tod  und  Leben  führte,  und  wehrte  sich  zwei  Tage  lang  mit  24.000  Mann
heldenmüthig  gegen  die  sechsfach  überlegene  Armee  des  Sultans  Mnrad  auf  dem  Amselfelde
  (am  18.  October  1448).  Er  verlor  die  Schlacht  und  gerieth  als  Flüchtling  in  die
Gefangenschaft  des  treubrüchigen  serbischen  Fürsten  Georg  Brankovics,  der  ihm  nach  zwei
Monaten  nur  unter  sehr  harten  Bedingungen  die  Freiheit  wiedergab,  nachdem  sich  Hunyadi
verpflichtet  hatte,  daß  er  Brankovics  die  confiscirten  ungarischen  Güter  znrückstellen,  dessen
Enkelin  Elisabeth,  die  Tochter  Ulrichs  von  Cilli  zur  Braut  seines  jüngeren  Sohnes  Matthias
machen  und  seinen  älteren  Sohn  Ladislaus  als  Geisel  nach  Semendria  senden  werde.
Diesen  durch  Zwang  erpreßten  Vertrag  machte  jedoch  Hunyadi  nach  zwei  Jahren,  Serbien
mit  Krieg  überziehend,  zunichte.  Auch  gegen  die  in  Obernngarn  sich  ausbreitenden  Böhmen
führte  er  mehrmals  Krieg,  erlitt  zwar  bei  Losonez  infolge  des  Verrathes  einiger  in  seinem
            
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