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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Aufforderung, sich zu ergeben, antwortete er, daß er in der Festung sterben werde. Sodann 
verbrannte er, was er an werthvoller Habe besaß, stach seine edlen Pferde nieder und 
empfing die Türken an der Spitze seiner geringen Schar. Verwundet, auf ein Knie nieder 
gesunken, kämpfte er noch fort, bis endlich eine Kugel ihn niederstreckte. Seinen Kopf 
schlugen die Türken ab und warfen ihn von der Bergspitze, wo die kleine Veste stand, 
ins Thal hinab, doch seinen Leichnam ließ Ali, der die Tapferkeit zu schätzen wußte, 
begraben und auf seinem Grabhügel als Denkzeichen eine Lanze pflanzen (am 9. Juli). 
Die zwei siegreichen türkischen Heere vereinigten sich bei Erlau (am 11. September). 
In der Festung befehligte Stefan Dobö von Ruszka im Verein mit Stefan Mecskey 
kaum 2.000 Mann, unter welchen nebst der Garnison Comitats- und Magnatentruppen, 
Edelleute und Bauern sich befanden. Die Artillerie wurde von dem Sohne eines Fünf- 
kirchener Schmiedes, Gregor Bornemisza, dem „Stndirten", geleitet. Sein findiger Kopf 
wie seine Schüsse richteten unter den Belagernden große Verheerungen an, und als die 
wilde türkische Tapferkeit dreimal im allgemeinen Sturm die Mauern und die Breschen 
gewann, da warfen im verzweifelten Kampfe Mann gegen Mann Edellente, Soldaten, 
Bauern, ja selbst Frauen — die sprichwörtlichen Frauen von Erlau! — dreimal den 
wüthenden Angriff zurück. Am 18. October endlich zogen die Paschas ab. Erlau war 
gerettet. Für die Verwundeten und Hilflosen sorgte das Land mittelst des Gesetzartikels XXV 
vom Jahre 1553. Dobö wurde von Ferdinand zum Wojwoden von Siebenbürgen 
ernannt. Doch auch seine Tapferkeit war unvermögend, das Land und die dazu gehörigen 
Theile dem ungarischen König zu erhalten. Jsabella kehrte mit ihrem Sohn zurück (1556) 
und Suleyman ließ Johann Sigmund nicht fallen, der „der Sohn seines Dieners war". 
Als Ferdinand l. am 25. Juli 1564 starb und sein ältester Sohn Maximilian, 
der nur ein Drittel der österreichischen Erbländer, das heutige Ober- und Niederösterreich 
und die Länder der böhmischen Krone erhalten hatte, aber schon zu Lebenszeiten seines 
Vaters als König von Ungarn anerkannt worden war, Siebenbürgen zu bedrängen anfing, 
erhob sich der einundsiebenzigjährige Sultan noch einmal, um Johann Sigmund, der ihm 
bei Semlin zum Handkusse entgegenkam (am 24. Juni 1566), „die ungarische Krone" — 
wie er sagte — „aufs Haupt zu setzen". Pertef Pascha belagerte Gyula, welches er nach 
tapferer Vertheidigung zur Capitulation zwang. Der Sultan selbst begab sich mit dem 
Kern seines Heeres — 90.000 Mann und 300 Kanonen — zur Belagerung von Szigetvär. 
Niklas Zrinyi, früher (1542 bis 1556) Banns von Kroatien, jetzt Tavernikus und Ober- 
capitän des Districts jenseits der Donau, war der Commandant dieser Festung. Zrinyi 
hatte den Sitz seiner Familie aus den Bergen Kroatiens und Slavoniens nach Csakathurn, 
auf der Murinsel verlegt. Ein Mann von achtundvierzig Jahren, dem lutherischen Glauben 
zugethan, rauhen, gewaltthätigen Charakters, aber ein echter Held, warf er sich bei der
	        
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