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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Von den drei Theilen des Landes war das Königreich Ungarn das kleinste; es 
erstreckte sich von Nagy-Banya, Debreczin — insbesondere in den Gebieten jenseits der 
Donau, und in Kroatien und Slavonien, wie ein schmales Band — bis Zengg. Auch hier 
beschäftigte die Reformation die Gemüther und fand, mit Ausnahme der Landstriche jenseits 
der Drau, rasche und allgemeine Verbreitung. Bischöfe traten über und vermählten sich, 
wie Stefan Podmaniczky, 
welcher Johann und Ferdi 
nand gekrönt hatte. Ja fast 
alle Anhänger Ferdinands 
neigten zur Reformation 
und die vornehmsten Fa 
milien des Landes schlossen 
sich der Glaubensneuerung 
an. Auch hier folgte auf 
das Lutherthum die Lehre 
Calvins und löste sie ab, 
besonders bei den Ungarn, 
in den Theißgebietenundjen- 
seits der Donau. Nur in den 
Städten, in Oberungarn, 
in jenen Strichen jenseits 
der Donau, welche unter 
dem Einflüsse der Nädasdy 
standen, blieb die Augs 
burger Confession die herr 
schende. Die katholische 
Kirche zählte kaum noch 
Anhänger; sie schien hier 
zulande am Rande des 
Verderbens zu stehen, obzwar die königliche Macht und der Staat, ungleich wie in Sieben 
bürgen, dieselbe aufrecht hielt und ihre Hierarchie nicht fallen ließ. Der Grauer Erzbischof 
Niklas Oläh, der humanistische Schriftsteller und Verwandte des Hunyadi-Hauses, 
versuchte es mit ganzer Kraft, den Verfall zu Hintertreiben. Er rief zuerst den Jesuiten 
orden ins Land, welcher sich zur Vertheidigung der katholischen Kirche und als Gegen 
gewicht wider eine rasche Verbreitung der Reformation gebildet hatte und es verstand, 
ganze Scharen von hochbegabten, eifrigen, opferfreudigen Männern in seinem Schoße 
Nikolaus Olah.
	        
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