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Ennähernd in der Mitte des östlichen Theiles von Mittel
europa, fast in gleicher Entfernung einerseits vom eisigen Nordpol,
anderseits vom heißen Äquator, liegt das Ländergebiet der ungarischen
heiligen Krone. Die Natur hat demselben eine wohl abgerundete
Gestalt verliehen und es von den benachbarten Ländern mit markirten
und in die Augen springenden Grenzlinien geschieden. Es umschlingt
dasselbe der Gebirgskranz der Karpathen, das östlichste Glied jenes
hohen Gebirgsgürtels, welcher das Rückgrat von Europa bildet;
der mächtige Grenzwall erstreckt sich in der Gestalt eines ungeheuren
Bogens in nordöstlicher, östlicher und südöstlicher Richtung vom
Donauthor bei Theben und Preßburg bis zum südöstlichen Grenz
punkte Siebenbürgens mehr als 1.400 Kilometer lang. Aber auch
dort bricht er noch nicht ab; seine Richtung ändernd, biegt er
plötzlich nach Westen um und schwingt sich an der Südgrenze
Siebenbürgens zu noch größerer Höhe empor; indem er endlich in
südwestlicher Richtung weiter streicht, stößt er bei Orsova wieder an
die Donau.
Die Donau kommt zwischen Theben und Preßburg wie durch
ein Felsenthor nach Ungarn; sie verfolgt bis Waitzen eine süd
östliche, bis Vukovar eine südliche, bis Semlin wieder eine südöstliche