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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

Die neue Epoche. 
Fortsetzung des Zeitalters der Könige aus dem kaufe ksabsburg. 
Gegen Ende des XVIU. Jahrhunderts brach über die ungarische Nation eine sehr 
traurige Zeit herein. Der magyarische Stamm hatte infolge der vielen Kriege auch an 
Zahl stark abgenommen. Ein kleiner Bruchtheil, der Gemeinadel, bildete die eigentliche 
Nation; der Hochadel war in Sprache und Sitten dem Volke entfremdet, die Hörigen 
verwahrlost und in Unwissenheit versunken; die Bürgerschaft in den Städten war meist 
von fremder Zunge, die Gerichte bedienten sich der lateinischen Sprache; diese letztere war 
auch die Vermittlerin der Wissenschaften, die Conversationssprache der gebildeteren Classen. 
Der Handel des Landes wurde durch das damalige Zollsystem zu Grunde gerichtet, und 
dies übte eine verhängnißvolle Rückwirkung auf Gewerbe uud Landwirtschaft; der einst 
so blühende Weinhandel war nahezu vernichtet; die wirthschaftlichen Products wurden 
im Lande selbst verzehrt. Der letztere Umstand — in Verbindung mit der geringen Anzahl 
der Bevölkerung — rief den falschen Schein des Überflusses in dem Maße hervor, daß 
schließlich die Nation selbst mit ihrem gesunkenen Zustande sich zufrieden gab und dies in 
dem lateinischen Spruche ausdrückte: -Uxkru Hungariuin iroir est vitu, m ost vitu, non 
est ita". Es ist aber wahrlich der schlimmste Zustand für eine Nation, wenn sie selbst 
gegen ihren Verfall sich abstumpft.
	        
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