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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Wie  wahr  und  schön  nnd  doch  wie  einfach  ist  die  Empfindung  in  den  Versen:

„Lieb'  ist  nicht  zu  kaufen
Nicht  um  Geld  nnd  Gaben,
Wie  viel  echte  Kraft  in  dem  Liede:
„Weizen  band  ich  in  Kreuze  ein,
Weiß  nicht,  wie  viel  in  Tausend  sei'n;
Welche  keusche  Zartheit  in  der  Einladung:
„Bin  im  Alföld  Fischerbnrsche;  an  der  Theiß
Dort  am  Ufer  steht  mein  Hüttchen  klein  und  weiß;

Doch  um  einen  süßen
Kuß  ist  sie  zu  haben."
So  viel  Körner  in  Tausend  drein,
So  oft  sollst  du  gedenken  mein."

Braunes  Mädel  komm  herein,  bei  mir  zu  ruhn,
Meine  Mutter  wird  dir  alles  Liebe  thnn."

Manchmal  geht  die  Empfindung  gar  nicht  über  die  Sehnsucht  hinaus,  wie  in  jenem
bekanntesten  und  schönsten  Volkslied:
„Maienkäfer,  gelber  Maienkäfer,  >  Frag'  auch  nicht,  ob  ich  noch  lang  aus  Erden,
Frag'  dich  nicht,  ob  schon  der  Sommer  näher,  j  Das  nur  sag'  mir,  ob  sie  mein  kann  werden."
Wenn  er  vom  Liebchen  scheidet,  kann  er  seine  Liebe  nicht  vergessen:
„Umgestürzt  der  Mandelbaum  —
Röschen,  ich  muß  scheiden,  traun;
Riß  mich  los,  mein  armes  Mädchen,
Wie  im  Herbst  vom  Baum  das  Blättchen
Los  sich  reißt."
Er  zieht  in  die  Ferne,  das  Tüchlein  der  Geliebten  nimmt  er  mit  und  singt:
„Küss'  ich  so  dein  Kopftüchlein,
Denk  ich  mir:  's  ist  Liebchen  fein."
Selbst  für  sein  flatterhaftes  Liebchen  hegt  er  noch  so  viel  Zartgefühl.  Sein  Vorwurf
sogar  ist  warm  von  Liebe:
„Deine  Augen  sind  so  rund,  I  Sieh,  die  meinen  sind  dir  treu,
Wen  sie  anschaun,  küßt  dein  Mund;  !  Stünden  Hundert  gleich  dabei."
Auch  noch  der  Geliebten,  die  ihn  verlassen  hat,  bewahrt  er  sein  Herz:
„Findest  wohl  'nen  Schöner«,  Bessern,  als  ich  war,
Doch  ich  mag  nur  Eine,  die  dir  gleich,  zum  Paar."
Dann  wieder  dauert  ihn  die  Treulose:
„Welke,  Rose,  welke,  >  Als  du  mein  noch  wärest,
Weil  du  nicht  mehr  mein;  !  Warst  du  ein  Rothröselein."
Und  er  will  sie  bereden  zu  bleiben:
„Siehst  du,  Röschen,  bei  Szalöcz  den  Berg  so  groß,
Wenn  der  fort  ist,  dann  erst  halt'  ich  dich  im  Schooß.
In  der  Schürze  trag'  den  Berg  ich  weg  vom  Ort,
Nur  du,  liebes,  süßes  Täubchen,  geh'  nicht  fort."
Und  niemals  flucht  er  ihr:

„Wie  ich  schon  bin,  fluch'  ich  dir  nicht,
Doch  meine  Seufzer,  viel  und  dicht,

Steigen  zum  hohen  Himmel  hinan,
Hei!  wie  wirst  du  drauf  antworten  dann?"
            
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