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Zuweilen flackert wilde Prahlerei auf, Verachtung der ganzen Welt, Trotz gegen
jegliche Macht, vom Rausch erhitztes Kraftbewußtsein, am Ende gewinnt aber doch wieder
das melancholische Hindämmern ob des unvermeidlichen Unglücks die Oberhand und mitten
in diesen Dornenstrauß gebunden steckt wohl eine wilde Pusztenblume, ein leichtfertiges
Liebchen, wie es zum BetyLren paßt, das Schenkmädchen mit dem Hundertguldentüchlein
am Halse, bestimmt, den verrathenen Liebhaber schließlich an den Galgen zu liefern. Aber
es gibt auch Lieder, welche das Betyarenleben nach der Weise des echten Genrebildes mit
seiner ganzen Elendigkeit schildern; ein solches ist „Buga Jakabs Sang":
„Was trauerst, Brodgenoß, da du doch gar nichts hast?"
Worauf der Gefragte folgendermaßen antwortet:
„Bloß ist meine Rippe, Dolmäny hängt in Fetzen,
Meiner Schulter Blatt muh schlapp der Kalpag wetzen,
Rößlein fehlt von manchem Hufe längst das Eisen,
Und wo eins noch klappert, will es auch schon reißen.
Meinen Mantel hat des Regens Guß zerwaschen
Und zum Henker geht die letzte meiner Taschen,
Meines Wolfsfells Haare rieseln schäbig nieder,
Rußig ist mein Hemde, wer soll's waschen wieder?"
Die späteren Volkslieder zeigen auch hierin ein Sinken; an die Stelle des ehemaligen
schneidigen Schwadronirens ist vielfach der Aberglaube getreten, der schweifende Betyär
weiß vom verfolgenden Pandureulieuteuant zu singen, er habe eine „Teufelsmütze auf
deni Kopfe, einen Stahlspiegel im Sack bereit, damit sieht er sieben Meilen weit. Unterm
Arm ein Eulenaug', so sieht in finst'rer Nacht er auch. Mit Eidechsblut mischt er seinen
Wein, drum bangt ihm nicht selbst ganz allein; den Schnurrbart wichst er mit Schlangeuschmalz,
den Säbel schmiert er mit Hahnenschmalz." So lange der nicht da war, sei der
Betyär Herr gewesen zwischen Maros und Theiß. — Diese Art von Volkspoesie ist sammt
ihren Helden schon im Aussterben begriffen, und das ist nicht vom Übel.
In den Spottliedern finden wir die Verkehrtheiten des Volkes gegeißelt, Trunksucht
und Lumpenthnm, die geputzte Armuth und schäbige Vornehmthuerei, den Luxus der
Frauen, die Kniffe der schwiegersohnsüchtigen Mutter, die Steifleinenheit der Damen ans
der „Nyir"-Gegend, die Winkelzüge der Obrigkeiten und besonders häufig das Soldatenleben,
z. B.:
„Schlüge doch der Blitz in Metzgers Beil hinein! Kälblein kann auf eig'nen Füßen nicht mehr traben,
Warum hat dein Kalb er abgehackt die Bein'? Der Soldat muß, Ärmster! huckepack es tragen,"—
oder wo der Soldat „sich Sterne zum Abendbrod herabguckt." Die Soldatenlieder
aus neuerer Zeit, besonders aus den Fünfziger- und Sechziger-Jahren, haben nur Tone