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bitterer Melancholie; meistens ist Italien ihr Entstehungsort. Ein solches Lied ist das
folgende:
Lieber säh' ich dort die zwei, das weiß ich.
Als in Mailand diese zweiunddreißig."
„In Nagy-Abony nur zwei Thürme ragen,
Mailand kann von zweiunddreißig sagen;
Unter den Spottliedern findet sich noch die eigenthümliche Abart der Korteslieder,
welche in der heißen, mit Wein berieselten Jahreszeit der Abgeordnetenwahlen zu
erblühen pflegen. Es gibt darunter witzige Reime, die den Nagel auf den Kopf treffen,
die meisten reichen aber nicht über die Linie des Gelegenheitspasquills hinauf; ihre
Melodien sind gewöhnlich allbekannten Volksweisen angepaßt. Ein ihnen verwandtes
Genre bildet das Trinklied, auch ein Lieblingsgewächs der Volksdichtung, und desgleichen
die Hochzeits-„Rhythmen" (riAirnrs), die aber keine Melodie haben. Aus der Unzahl von
Trinkliedern wählen wir eines, das bisher in keiner Sammlung zu finden, obgleich es in
den Dreißiger-Jahren dieses Jahrhunderts das verbreitetste war. Es ist übrigens schon
darum merkwürdig, weil es einen ganz eigenthümlichen metrischen Bau aufweist, welcher
dem ganzen Trinkliede den Rhythmus eines Trommelwirbels verleiht. Nach dem schwermüthigen
Andante der zwei ersten Verse:
„Schattengleich hinschwindet ja das Dasein, — > — j — >""> —
Eh' man's merkt, muß Freund Hein ja schon nah sein", — j - s — —
(bis hieher könnte es auch als Trauergesang gelten) folgt das Allegro:
„Ei ja wie — thöricht, wer — trauert, da — herzlich ja
Er in Frohsinn ^ ^ —
Kann scherzen und sich sreuen. - s ^ - j ^ ^
Eh' er es — merkt, ist vor — über sein — Leben und
Ist zerronnen
Gleich des Herbstes Nebelstreif.
Länger doch nur wird uns der Lebensfaden,
Wenn wir recht oft so zu dem Krug uns laden,
Alles heran drum und im Kreistrunk lustig,
Wer noch nicht des regeren Sinns verlustig.
Auf und die Becher ergreift,
Auf und die Zecher ersäuft,
Über die Leber was laust,
Spült's baß fort!"
Das beigefügte rhythmische Schema beweist, mit welcher Geschicklichkeit im Original
(im Deutschen freilich nur annäherungsweise) eine Menge Pyrrhichien zusammengehänft
sind. Dem entsprechend ist auch die Melodie gesetzt.
Geläufig sind, besonders der Schuljugend, die patriotischen und kriegerischen
Volkslieder; unter diesen das Lied: „Schon ist Belgrad unsre Burg", unter jenen das