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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Farben  beschäftigt.  Dies  ist  z.  B.  in  der  Gegend  von  Fünfkirchen  der  Fall,  wo  der  aus
„Csomorika"-Trauben  gewonnene,  mit  eigenthümlichem  Bouquet  ausgestattete  Weißwein
ebenso  bemerkenswerth  ist,  als  der  ebenda  gekelterte  Rothwein.  Das  Gleiche  gilt  vom
Ofener  Weinbezirk,  der  besonders  wegen  seiner  leichten  und  hinreichend  tanninhältigen
Rothweine  Erwähnung  verdient;  unter  den  Sorten  desselben  ist  der  Adlersberger  bereits
auf  dem  ganzen  Continente  beliebt.  Gute  und  starke  Weißweine  wachsen  in  der  Gegend
von  Moör  (Weißenburger  Comitat),  Pencz  (Nögräder  Comitat),  Versecz  und  Weißkirchen ­
  (Krassöer  Comitat).  Einen  sehr  angenehmen  und  leichten  weißen  Tischwein
produciren  Magyaräd  (Araber  Comitat),  Szerednye  und  Ungvär  (Unger  Comitat).
Aber  es  ist  nicht  möglich,  hier  auch  nur  in  aller  Allgemeinheit  sämmtliche  Gegenden  und
Ortschaften  aufzuzählen,  wo  in  Ungarn  guter  Wein  wächst.  Wir  brauchen  nur  daran  zu
denken,  wie  viele  weinbanende  Gemeinden  jeder  einzelne  der  im  ungarischen  Staate  amtlich
constatirten  einundvierzig  Weinbezirke  enthält,  um  einzusehen,  daß  schon  die  bloße  Aufzählung ­
  der  besseren  Weinbaustellen  sich  auf  mehrere  Bvgeu  belaufen  müßte.
Den  Mittelpunkt  des  ungarischen  Weinhandels  bildet  das  Herz  des  Landes,
Budapest;  die  Hauptniederlage  der  hier  angesammelten  Weinmengen  ist  jedoch  eigentlich
das  nur  neun  Kilometer  von  der  Stadt  entfernte  Promvutor,  in  dessen  Dolomitfelsen  mit
der  bloßen  Spitzhacke  erstaunlich  lange  und  geräuniige  Keller  gehauen  worden  sind.  Gar
manche  derselben  sind  400  bis  800  Meter  lang  und  haben  drei  bis  sechs  so  breite  Eingänge,
daß  die  schwer  beladenen  Frachtfuhrwerke  ganz  ungehindert  ein-  und  ausfahren  können.
So  werden  die  Weintransporte  aus  den  Kellern  direct  nach  den  vier  Eisenbahn-  und  drei
Dampfschiff-Stationen  geschafft,  welche  sich  auf  dem  Gebiete  der  Ortschaft  befinden.  Es
ist  dies  förmlich  ein  ungarisches  Bercy  für  die  Hauptstadt  und  das  ganze  Land.
Außer  dieser  Centralstelle  des  Weinhandels  hat  noch  jeder  bedeutendere  Weinbezirk
seinen  eigenen  Hauptplatz.  Ein  solcher  ist  z.  B.  Ödenburg  für  die  westlichen  Landestheile;
Nersecz,  Fünfkirchen  und  Arad  für  die  südlichen;  Kaschau  für  den  Nordosten.  Letztere
Stadt  ist  der  Hauptstapelplatz  für  die  Tokaj-Hegyaljaer  Weine.
Was  die  Production  von  Tafeltrauben  anbelangt,  ist  sie  in  einigen  Gegenden
bereits  mit  Erfolg  in  Angriff  genommen  worden.  So  expedirt  Nagy-Maros,  eine  oberhalb
der  Hauptstadt  am  linken  User  der  Donau  gelegene  Ortschaft,  jährlich  mehrere  hunderttausend ­
  Kilogramm  Tafeltrauben  nach  Deutschland,  besonders  nach  Berlin,  Breslau  und
Stettin;  desgleichen  werden  aus  Kecskemet,  Fünfkirchen,  Miskolz,  Beregszasz,  Arad  und
Sätoralja-Ujhely  mehrere  hunderttausend  Metercentner  Trauben  als  Obst  ausgeführt.
Zwar  sind  für  diesen  Zweck  die  Sorten  einstweilen  noch  nicht  gehörig  gewählt  und  es
gelangen  meist  die  „Hönigler-"  und  „Portugieser-Trauben"  zur  Ausfuhr,  doch  hat
man  bereits  an  mehreren  Punkten  begonnen,  die  Chasselas-,  feineren  Muskateller-  und
            
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