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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Staatsprüfung  das  Diptam  als  Farstbeamte  erworben  haben.  In  Krvatien-Slavonien
genügt  eine  in  Agram  abgelegte  Staatsprüfung.
Die  Schemnitzer  Forstakademie  ist,  im  Anschluß  an  die  1792  gegründete  Bergakademie, ­
  1807  gestiftet  worden.  Der  forstliche  Lehrcurs  erstreckt  sich  auf  drei  Jahre.
Die  Akademie  hatte  von  ihrer  Gründung  bis  zum  Schluß  des  Lehrjahres  1886/87
zusammen  4  555  Hörer,  seitdem  das  Forstgesetz  ins  Leben  getreten,  wächst  die  Zahl  der
Hörer  stetig  und  im  letzten  (1886/87)  Schuljahr  hatte  der  erste  Jahrgang  137,  sämmtliche
Jahrgänge  zusammen  aber  350  Hörer.
Zur  Ausbildung  der  den  technischen  Hilfsdienst  versehenden  forstlichen  Unterbeamten
und  fachlich  gebildeten  Forstwarte  bestehen  im  Lande  drei  Forstwartschnlen:  eine  in  Liptö-Ujvar,
  die  andere  in  Kiralyhalma  bei  Maria-Theresiopel,  die  dritte  in  Vadäßerdö  bei
Temesvar.  Diese  drei  Fachschulen  haben  zusammen  108  Schüler.
In  einer  Darstellung  des  ungarischen  Forstwesens  verdient  schließlich  auch  der
„Landes-Forstverein"  Erwähnung.  Er  hat  sich  im  Interesse  der  ungarischen  Waldwirthschaft
  am  9.  December  1866  gebildet  und  ohne  jeden  Fonds,  ja,  man  kann  sagen,  mit
Schulden  belastet  seine  Thätigkeit  begonnen.  Dank  dem  eifrigen  und  tactvollen  Gebaren
seiner  Leiter  ist  er  jedoch  schon  seit  mehreren  Jahren  so  weit  entwickelt,  daß  es  in  Europa
schwerlich  eine  zweite  so  kräftig  entwickelte  forstliche  Verbindung  gibt.  Er  besitzt  ein  eigenes
Vereinshaus  und  ein  Kapital  von  über  250.000  Gulden.  In  Kroatien  und  Slavonien
gibt  es  ebenfalls  einen  Forstverein,  der  mit  lobenswerther  Thätigkeit  arbeitet.
So  hätten  wir  denn  versucht,  in  engstem  Rahmen  ein  Bild  des  ungarischen  Waldes
und  Forstwesens  zu  geben.  Jene  Leser,  welche  den  Wunsch  hegen,  sich  darüber  noch
eingehender  zu  orientiren,  verweisen  wir  auf  das  vom  Ackerbanministerium  im  Jahre  1885
veröffentlichte  Werk:  „Die  wirthschaftliche  und  commercielle  Beschreibung  der  Wälder  des
ungarischen  Staates".  Und  so  seien  diese  Zeilen  mit  dem  weisen  Spruche  Ciceros  geschlossen:
8)-Ivg,e  oriiLinentuill  paeis,  wuiumsiitnin  dstli.
Der  Wald  ist  Zierde  im  Frieden  und  eine  Festung  im  Kriege.

Die  Ondttstrie.
Sowie  das  reichgestaltete  bergige  Oberland  und  die  üppige  Ebene  des  Tieflandes,
durch  welliges  Hügelterrain  geschieden  und  zugleich  verbunden,  gemeinsam  die  geographische
Gliederung  Ungarns  bilden,  so  sehen  wir  auch  die  Industrie  des  Landes  sich  diesen
geographischen  Verhältnissen  anschmiegen  und  denselben  gemäß  sich  ändern.  Aber  auch
parallel  der  Geschichte  des  Landes  entwickelt  sich,  schreitet  fort,  sinkt  und  hebt  sich  wieder
die  ungarische  Industrie.  Ihr  primitiver  Handwerksbetrieb,  ans  urorientalischen  Über-
            
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