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hervorragenden Industriellen, welche Ungarn auch in dieser Hinsicht coneurrenzfähig
machen können.
Ähnlich in vielen Stücken steht es um die Papier-Industrie, welche, Dank der
weltberühmten Fiumaner, der älteren Hermaneczer und der neueren, aber desto vollkommener
eingerichteten Nagyszlaboser Fabrik, den großen Consum des Landes immer
mehr durch eigenes Fabrikat zu decken bestrebt ist, für den Überschuß aber in Serbien,
Rumänien und besonders in Bulgarien Absatzplätze gesichert hat. Vor einigen Jahren ist
bei Pelsöcz (Gömörer Comitat) auch eine Cellulosefabrik entstanden und nun sind auch
schon in Ungarn an die Stelle der ehedem ausschließlich verwendeten Lumpen das Holz
und sonstige Faserstoffe getreten, welche in den Fabriken verarbeitet, dem ausländischen
Producte die bisher behauptete Herrschaft streitig machen dürften.
Es bedarf kaum der Erwähnung, daß die vervielfältigenden Industrien
überall im Lande blühen und namentlich die kunstindustriellen Etablissements der Hauptstadt
in Bezug auf genaue und geschmackvolle Arbeit sich glänzend bewähren. Aber auch
hinsichtlich ihrer Productionskraft, ihrer Ausstattung mit Maschinen und der Fähigkeit,
durch ihre Arbeiten selbst den strengsten technischen Ansprüchen zu genügen, zeichnen sich
die Buch- und Steindruckereien aus, unter denen sich die ungarische Staatsdruckerei noch
durch galvanoplastische Arbeiten Verdienste erwirbt, während die Photographie in
Ungarn durchwegs das europäische Niveau behauptet und in einzelnen Ateliers geradezu
künstlerische Erfolge aufweist.
Daß neben dieser schwunghaften Entwicklung der industriellen Thütigkeit doch auch
die Haus-Industrie nicht nur eine Rolle behauptet hat, sondern in zahlreichen
Richtungen sogar tagtäglich an Boden gewinnt, darf keineswegs Wunder nehmen. Die rohe
Holzschnitzerei und Korbflechterei nimmt in da und dort errichteten Lehrwerkstätten, unter
der Anleitung eigens angestellter Lehrer, immer künstlerischere Formen an; Strohflechterei,
Teppichwirkerei, Stickerei und Näherei werden in immer größerer Vollkommenheit gelehrt,
wirken durch ihre Entwicklung auf die Fach-Industrie zurück und erziehen für diese fachkundige
Arbeiter.
Alles in Allem darf also Ungarn auf die Vergangenheit zurückschauen mit dem
befriedigenden Bewußtsein, daß es die industrielle Verkommenheit derselben großenteils
schon überwunden hat. Es sind zahlreiche Einrichtungen entstanden, welche weit und
breit im Lande industriellen Unterricht gewähren. Lehrlingsschulen allein gibt
es 221 mit 34.600 Schülern. Zur Förderung der Textil-Jndnstrie wurden die
Käsmartar, Eperjeser und Nagy-Kikindaer Webe-Lehrwerkstätten, die Sepsi-Szent-Györgyer
mechanische und Handweberei und die Kaschauer Wirk- und Webe-Lehrwerkstätte
errichtet. Zur Hebung der Tischlerei bestehen die Homonnaer, Rimaszombater und