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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

soll man nicht durch die Brille der Neuzeit betrachten. Ohne Eisenbahn und Telegraph 
bedurfte es int Jahre 1785 noch zehn Tage, bis die Staffettc mit der Nachricht von 
Hora's Gefangennahme aus den Wäldern des siebenbürgischen Erzgebirges zu Kaiser 
Josef II. nach Wien gelangte. Die Deputaten des Biharer Comitats hatten 1712 drei 
Wochen zu reisen, ehe sie auf dem Preßburger Reichstag ankamen. Aber noch zu Anfang 
dieses Jahrhunderts ging nur jeden Sonntag ein Eilwagen von der Ofener Wasserstadt 
nach Wien ab und kehrte Mittwoch zurück; vollends nach Siebenbürgen ging nur jede 
vierte Woche einer und kehrte nach dein gleichen Zeiträume wieder. Und als es noch keine 
Dampfschiffe gab, brauchten die Frachtschiffe 14 Tage, um sich von Gönyö bis Preßbnrg 
Hinaufschleppen zu lassen; gewöhnlich wurde gleichzeitig eine Gruppe von 3 bis 4 Schiffen 
mit einer Fracht von 5.000 bis 6.000 Metercentnern abgelassen, welche zum Schleppen 
60 bis 70 Pferde, 46 bis 48 Pferdeknechte und überdies noch 40 Schiffslente brauchten, 
also eine ganze Karawane bildeten; demgemäß betrug der Frachtlohn für einen Meter- 
centner von Komorn bis Wien 8 Gulden. 
Das Alles war zu jener Zeit auch anderwärts nicht besser bestellt, wenigstens nicht 
um Vieles besser. Und doch waren die damaligen Zustände schon weitaus geregelter, als 
zur Zeit der Türkenkriege, wo durch Gesetze anbcfohlcn werden mußte, daß „die Adeligen
	        
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