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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Donau-Engen nach Orsova, beziehentlich nach Rumänien führt. Diese Straße ist ein 
kühnes Seitenstück zur berühmten Trajansstraße, welche einst dem serbischen Ufer der 
Donau entlang nach Dacien zog und den kaiserlichen Legionen Roms den Pfad zur 
Eroberung Daciens (der jetzigen siebenbürgischen Theile) wies. Die Szichenyistraße wurde 
im Interesse des Orient- und Donauhandels erbaut, mit bedeutenden Kosten, da man in 
den Engpässen den Raum für sie durch Felsensprengungen gewinnen mußte. Aber ihre 
Zeit ist vorbei; wie die Trajansstraße, so dient auch sie wieder nur als lebendiger Beweis 
dafür, daß selbst das kühnste Menschenwerk nur eine begrenzte Tragweite hat. Heute zieht 
parallel mit ihr die Eisenbahnlinie Orsova-Verciorova dahin und macht sie für die 
Communication sozusagen vollkommen überflüssig; selbst bei niederem Wasserstande, wenn 
die Schiffahrt auf der Donau feiert und der Verkehr auf den Landweg angewiesen ist, 
benützt er kaum je die Szechenyistraße, welche mit so großen Kosten und noch größeren 
Anstrengungen angelegt worden und gar bald, wie die Trajansstraße, zu einem bloßen 
Denkmal der großen Bestrebungen eines großen Geistes geworden sein wird. 
Auch hinsichtlich der Regulirung der ungarischen Ströme sind aus jener Epoche 
bleibende Errungenschaften zu verzeichnen. Noch im XVIII. Jahrhundert wurden die 
Flüsse Särviz, Siö und Kapos regulirt, welche vorher in den Gebieten der Comitate 
Veszprim, Stnhlweißenburg, Tolna und Somogy große Seen bildeten und Jahrhunderte 
lang den Boden unter Wasser hielten. Ähnliche Zustände herrschten im Comitate 
Torontal, wo der Begafluß einen Flächenraum von 200.000 Joch Landes über 
schwemmt hielt. Graf Mercy war es, der die Regulirung dieses Gewässers in Angriff 
nahm, wobei er zwei Ziele vor Augen hatte: einerseits die ungesunden Sümpfe zu 
drainiren und anderseits durch Schiffbarmachung des Flusses die Producte der aus 
gedehnten ärarialen Waldungen und sonstigen Domänen besser verwerthen zu können. 
Dem XVIII. Jahrhundert gehört auch die Initiative zum Franzenskanal an, der den 
Wasserweg auf der Donau und Theiß zwischen Földvar und Bezdan um dreißig Meilen 
abkürzt und überdies die doppelte Aufgabe hat, das viele überflüssige Wasser des Land 
striches, den er durchschneidet, abzuleiten und dagegen die dürren Striche mit dem zur 
Berieselung nöthigen Wasser zu versehen. 
Der Beginn der systematischen Theißregulirung fällt schon in dieses Jahrhundert. 
Auf dem Gebiete der Unter-Szabolcser Regnlirungsgesellschaft, auf der Höhe von Urkom, 
bezeichnet ein bescheidener Denkstein den Ausgangspunkt jener angestrengten Schutzarbeiten 
gegen Hochwasser, zu denen Graf Stefan Szechenyi die erste Erdscholle ausgehoben hat. 
Seither sind an der Theiß und den übrigen Flüssen auch heute noch nahe an siebzig 
Regulirungsgesellschaften thätig, welche schon fast fünf Millionen Joch fruchtbaren Landes 
entwässert und dem Nationaleigenthum einverleibt haben. Dank den Regulirungen konnte
	        
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