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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 1

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Schlachtfeldern.  Geza  zerstörte  die  alte  Verfassung,  ohne  eine  neue  zu  schaffen,  er  brach
mit  dem  alten  Glauben,  ohne  das  Christenthum  aufrichtig  anzunehmen,  die  Kirche  zu
gründen  und  zu  organisiren.  Er  selbst  horte  nicht  auf,  nach  heidnischer  Sitte  zu  opfern,
und  erwiederte  auf  die  Vorstellungen  der  Priester:  „Ich  bin  reich  und  mächtig  genug,  dies
thun  zu  können."  Die  ersten  Versuche,  das  Christenthum  in  Ungarn  zu  verbreiten,  rühren
aus  früherer  Zeit  her  und  wurden  vom  Orient  aus  gemacht.  Aus  byzantinischen  Schriftstellern ­
  wissen  wir,  daß  Bnlcsü,  der  Oberrichter  der  Nation,  984,  während  seiner  Gesandtschaft ­
  in  Constantinopel  daselbst  in  Gesellschaft  eines  Urenkels  Ärpäds  die  Taufe  empfing
und  daß  sein  Beispiel  sehr  bald  Nachahmung  fand  von  Seiten  Gyulas,  eines  Nachkommen
der  sieben  Stammhänptlinge,  der  auch  den  zum  Bischof  von  Ungarn  geweihten  Mönch
Hierotheus  mit  sich  nach  Siebenbürgen  brachte.  Wenn  aber  auch  diese  Versuche  einigen
Erfolg  hatten,  so  waren  sie  doch  verschwindend  klein  gegen  die  späteren,  durch  die
oceidentalische  Kirche  erzielten  Resultate.  Die  ersten  Apostel  der  abendländischen  Kirche,
die  unter  Geza  ihre  Wirksamkeit  in  Ungarn  ausübten,  waren  der  Mönch  Wolfgang  ans
Einsiedeln  und  die  Bischöfe  Pilgrin  von  Passau  und  Adalbert  von  Prag.  Ihr  Einfluß
erstreckte  sich  jedoch  nur  auf  einen  kleinen  Theil  der  Nation  und  konnte  dem  Christenthum
noch  nicht  den  vollständigen  Sieg  über  das  Heidenthum  gewährleisten.
Zur  Begründung  des  ungarischen  Staates  war  der  im  christlichen  Glauben  erzogene
Sohn  Gezas,  der  wahre  Apostel  der  ungarischen  Nation,  Stefan  berufen,  der  noch
bei  Lebzeiten  seines  Vaters  Gisela,  die  Tochter  des  baierischen  Herzogs  Heinrich  II.,  aus
kaiserlichem  Geblüte  zur  Frau  nahm  und  nach  dem  Tode  seines  Vaters  mit  der  fürstlichen
Gewalt  bekleidet  wurde  (997).  Er  begann  das  Werk,  das  er  sich  zur  Lebensaufgabe  gesetzt,
mit  der  ganzen  Tiefe  innerster  Überzeugung,  mit  der  ganzen  Glut  jugendlicher  Thatkrast  ,
er  wurde  selbst  mit  Rath  und  That,  mit  Wort  und  Beispiel,  mit  milden  und  strengen
Mitteln  der  Leiter,  die  belebende  Seele  der  Bekehrung.
Die  kirchliche  und  politische  Neuerung  Stefans,  besonders  seine  Verordnung,  daß
Jedermann  seine  christlichen  Sclaven  sreizulassen  habe,  erregten  Mißfallen  bei  den
Anhängern  der  alten  Religion  und  Verfassung;  diese  haßten  den  fremden  Einfluß  und
blickten  mit  Abscheu  auf  die  an  Stefans  Hofe  sich  hervorthuenden  fremden  Priester,
Ritter  und  Eindringlinge  jeder  Art.  Die  Fahne  der  Empörung  pflanzte  jenseits  der  Donau,
in  der  Somogy,  der  Nachkomme  eines  der  sieben  Stammhänptlinge,  Kopäny,  Sohn  des
kahlen  Zirind  ans.  Stefan  sammelte  sein  Heer  in  der  Nähe  von  Gran,  an  den  Ufern  des
gleichnamigen  Flusses,  wo  ihn  die  deutschen  Ritter  Hunt  und  Päzmän,  die  Ahnen  mehrerer
auch  heute  noch  blühender  ungarischer  Magnatengeschlechter  (wie  der  Forgäch;  nur  die
Grafen  Szentgyörgyi  sind  ansgestorben)  nach  deutscher  Sitte  zum  Ritter  schlugen.  Leine-Truppen
  warfen  unter  der  Führung  Wenzelins  von  Wasserburg,  Gründer  des  Geschlechtes
            
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