opas inpMtz'i). Zwischen den beiden priesterlichen Gestalten steht auf einer Tafel folgendes
gereimte Gebet:
L.ä te piu suspirumus;
8i non äaeis äaviamus.
Lr^o ckoes quick UAuruus,
VirFO insi et mois iriiserearis,
^uuo ckomini N606 cleeimo septimo.
„Zu dir, Fromme, seufzen wir, Führst du uns nicht, gehen wir irre, Lehr' uns
also, was zu thun. Erbarme dich Jungfrau, meiner und der Meinen. Im Jahre des
Herm (1317)." Bei dem Namen des Bestellers und der Jahreszahl fehlt jedoch die dritte
wichtige Angabe, der Name des Malers. Die richtige Auffassung der Bedeutsamkeit des
Gegenstandes, die ihr entsprechende monumentale Darstellung, die einfache Große und
der große Wurf der Anordnung, die die anderen überragende Gestalt Mariens, ihre
würdevolle Haltung, die Formen ihres Angesichts, der ihr Haupt bedeckende Mantel
und dessen Faltenwurf, endlich die Gestalt Jesu deuten darauf, daß der Meister ein
Italiener oder doch ein solcher Fremder war, der die Werke der italienischen^ Meister
des XIV. Jahrhunderts, Giottos und des Sienesen Duccio kannte und sie als Vorbilder
benützte, ohne jedoch ihre Vollkommenheit zu erreichen. Die vier knienden Figuren hat
er ohne Vorbild freier, aber auch weniger sicher gezeichnet. Diese sind beinahe lebensgroß,
in den Verhältnissen recht correct, in der Haltung starr, befangen; die unteren Theile
der Gewandfalten sind verwischt. Das Beiwerk, darunter die Krone, ist flüchtig behandelt.
Das Bild befand sich Jahrhunderte lang unter einer Kalkschichte, weshalb über seine
Färbung, in welcher Blau, Roth, Grün und Gelb herrschen, kein Urtheil zulässig ist; seinem
Werthe jedoch thut dies nicht viel Eintrag, da sein Verdienst ohnehin nicht un Colorit lag.