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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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Eckthürme, die als Depot einer Lederfabrik dienen und dem gänzlichen Verfall entgegen 
gehen. Das Kastell Nagh-Bittse, unfern der Waag im Trentschiner Comitatc, ist das 
umfangreichste derartige Gebäude des XVI. Jahrhunderts. Wie der erhalten gebliebene 
Graben zeigt, nimmt es die Stelle einer alten Wasserburg ein. Laut der Thoraufschrift 
wurde cs im Jahre 1572 durch Franz Thurzö, den Apostaten, einst Bischof von Neutra, 
erbaut, 1605 nach einer Feuersbrunst durch dessen Sohn Georg, den Prachtliebenden 
Palatin, wieder hergestellt, ohne jedoch seinen ursprünglichen Charakter einzubüßen. Tie 
in zwei Höfe getheilte Baufläche bildet ein regelmäßiges Viereck, das auf drei Selten 
durch den alten Graben, auf der vierten durch eine niedrige, dem Bächlein folgende Blauer 
umfaßt war. An der Nordseite betritt man durch die den Bach überbauende, einst mit 
Zugbrücke versehene, niedrige Thorhalle den Vorhof, an dessen jenseitigem Ende das 
„Haus der Verlobten" steht. Dieses zeigt an der stockhohcn Fac/rde stark beschädigten 
Sgraffitoschmnck; seine schöne Thüre, die die Jahreszahl 1001 trägt, ist mit Belieft-, 
verziert, die noch Spuren von Polychromic zeigen. Durch eine vordem gleichfalls mit 
Zugbrücke versehene Thorhalle betritt man den zweiten Hof. Dieser umzieht als enger Gang 
das viereckige Schloß, an dessen vier Ecken sich runde Thürme bis zur Höhe des Baues 
erheben. In der Mitte des der Thorhalle gegenüberliegenden Flügels erhebt sich ein 
mächtiger viereckiger Thurm, mit Spuren eines Wandgemäldes, welches Maria mit dem 
Jesuskinde darstellte.Durch das Erdgeschoß dieses Thurmes führt ein Thor in den Hof, dessen 
unteres und oberes Geschoß mit Arcaden umzogen ist; so großartig wie die Süulcngänge 
der italienischen Paläste sind diese nicht, ihre Formen sind nicht correct genug, ja mitunter 
ungefüge und der plastische Schmuck deutet auf keine sehr gewandte Hand, doch machen 
diese Arcaden dank ihren richtigen Verhältnissen einen heiteren Eindruck uud sind die 
bedeutendste derartige Leistung in Oberland. Von dem Meister schweigt die Chronik. An 
die Wände des oberen Säulenganges wurden in späterer Zeit, als Nachahmung von 
Sgraffiti, 26 überlebensgroße, historische Figuren (Romnlus, Artaxerxes, Attila, Hunyadi 
und Andere) gemalt. Die umgewandclten und vernachlässigten Säle ves Schlosses dienen 
jetzt als Amtslocalitäten. 
Unter den städtischen Bauwerken gebührt der Vorrang dem von 1505 bis 1511 
erbauten Rathhause zu Bartfeld (Bartfä). Kein zweites Baudenkmal im Lande läßt 
so charakteristisch erkennen, wie die Renaissancekunst selbst an den neu entstehenden Bauten 
im Wege der Abfindung und mehr auf Einzelheiten beschränkt ihren Raum gewann, vie 
Anlage des Rathhauses als ein einziger Flügel von 16 Bieter Breite und 2tl Bieter- 
Länge, der Spitzgiebel über der südlichen und der nördlichen Schmalseite, auch Gliederung 
und Ornament des Kranzgesimses sind von gothischem, dagegen der Aufbau dev auv 
Werksteinen erbauten Erkers in der Mitte der östlichen Langseitc entschieden von
	        
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