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Patriotische und gemeinnützige Ziele haben sich der Preßbnrger ungarische Cnlturverein
und der freiwillige Feucrwehrverein gesteckt. Musik und Gesang haben in Preßburg
eine große Zahl von Pflegern, die sich in verschiedene Musik- und Gesangsvereine znsammengcschlossen
haben. Unter diesen ist insbesondere der Kirchenmusikverein hervorzuheben, der
durch eine Reihe hochbegabter Dirigenten (Kumlik, Mayerberger, Thiard-Laforest) auch
im Anslande bekannt geworden ist. Einzelne Lese- und Selbstbildungsvereine sind
gleichfalls um geistige Vervollkommnung bestrebt. Die periodische Presse der Stadt ist noch
größtenteils deutschsprachlich. Das älteste politische Tagblatt ist die schon 1767
gegründete, also (1897) bereits bei ihrem 133. Jahrgange haltende „Preßbnrger Zeitung".
Doch ist es von Interesse, daß auch die erste Zeitschrift in ungarischer Sprache, der „Magyar
Hirmondö" (Ungarische Bote) durch Mathias Räth im Jahre l780 hier gegründet wurde.
Ein Zeichen reger geistiger Thätigkeit ist es, daß Preßburg gegenwärtig sechs wohlbeschäftigte
Druckereien besitzt.
Bei so großer, von frischer Kraft zeugender Unternehmungslust und Lebensfähigkeit,
so großem materiellen und geistigen Capital, das zu öffentlichen Zwecken investirt wird, und
bei dem ununterbrochenen Einheimsen der Früchte so vieler alter segensreicher Einrichtungen
kann man die Zukunft der Stadt Preßburg Wohl nur in günstigem Lichte sehen.
Von der Stadt Preßburg führen in die einzelnen Bezirke nicht nur wvhlerhaltene
Landstraßcn, sondern auch Eisenbahnen mit geregeltem Verkehr. Das Gebiet des
Preßbnrger, Wartberger und Äußeren Bezirkes ist von der Budapest-Wiener Staatseisenbahn,
der Preßbnrger, Wartberger und Tyrnauer Bezirk sind von der Preßburg-Silleiner
Linie der ungarischen Staatseisenbahn durchzogen. Den Tyrnauer Bezirk durchschneiden
auch die Linien Galanta-Galgöcz-Lipötvar und Szered-Tyrnau. Durch den Preßbnrger
Bezirk und den Bezirk jenseits des Gebirges zieht die Preßburg-Skalitzer Linie, die eine
kurze Zweiglinie nach Stampfen entsendet; die Bezirke der oberen und unteren Schütt
aber liegen an der Csallöközer (Preßburg-Komorner) Eisenbahn. Diesen Straßenzügen
folgend, werden wir nun die topographischen, communalcn und landwirthschaftlichen
Verhältnisse des Preßbnrger Cvmitats schildern.
Die Kleinen Karpathen, von den Bezirken jenseits sowie diesseits des Gebirges
gesehen, machen aus jeder der an ihren Abhängen oder zu ihren Füßen liegenden hübschen
Ortschaften und Städte ein malerisches Bild. Im äußeren Bezirk und auf der Insel
Schütt fehlt es zwar an Gegenden von hervorragender Schönheit, doch bieten auch dort
die Thäler der Waag und des Dudvag, hier aber die Flachheit der Inselwelt eigenartiges
Interesse. In dem Bezirk jenseits des Gebirges, sowie in dem jenseits des Gebirges
gelegenen Theile des Preßbnrger Bezirkes ragen auf stolzen Höhen Burgruinen, wie
Preßburg, Theben, Pallenstein (Bvrostyänkö), Blasenstein (Detrekö), sowie außerhalb der