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Von den großgeplanten Bauten des Königs Franz wurde es, nachdem die Franzosen
wirren vorüber waren, für eine Zeit still, doch unter König Ferdinand V. kam man wieder auf
sie zurück. Nach und nach wurde die Palatinallinie ausgebant, durch welche das Preßburger
und das Gütaer Thor nach der Schütt führen. Nach den Kämpfen von 1848—1849
wurde auch das Monostorer Fort auf der Szönyer Seite, gegenüber der äußersten Spitze
der Palatinallinie, ausgebant. Dieses ganz aus Bruchsteinen aufgesührte Fort ist in das
ausgehöhlte Innere des Monostorer Sandberges dergestalt hineingebaut, daß seine an sich
hohen Mauern nur an der Donanseite sichtbar sind; an den übrigen Seiten erscheint es
auch jetzt als kahler Sandhügel, und erst wenn man auf dessen Gipfel steht, erblickt man
die schwindlig tiefen Gräben und die Schießscharten. Das Monostorer Fort (Sandberg)
macht nach dieser Seite die Donau und einen Theil der Schütt unnahbar. Den nämlichen
Dienst leistet das östlich von Monostor gelegene Donaufort am Donauufer. Zwischen
diesen beiden liegt abseits des Donauufers versteckt das in neuester Zeit erbaute Jgmänd er
Fort, dieses kleine Meisterstück modernen Festungsbaues. Diese drei Forts vertheidigen
Komorn nach der Donauseite, wo die Stadt früher ganz offen war. Um sie auch von der
Waagseite her unnahbar zu machen, wurden die dortigen langgestreckten Mauern und
Schanzen ausgebaut und mit der Palatinallinie verbunden. Nach ihrer Vollendung in den
Siebziger-Jahren war Komorn bereits von allen Seiten cingeschlosseu. Nun erst konnte es
für eine Festungsanlage ersten Ranges gelten.
Die ungarischen Herrscher weilten, besonders in älterer Zeit, gern in der Komorner
Festung. Bela IV., Karl Robert, Sigismund, Elisabeth, Matthias I. und seine Gemalin
Beatrix, Maria, die Witwe Ludwigs II. hielten sich da häufig auf. König Ladislaus V.
wurde da geboren. Im Sommer 1809, zur Zeit des französischen Krieges, residirte da
König Franz mit Familie und dem ganzen Hofstaat durch anderthalb Monate. Ferdinand V.
und seine Gemalin, Palatin Joses, Erzherzog Stefan, der letzte Palatin, dann Kronprinz
Rudolf, weilten längere oder kürzere Zeit in Komorn. Unser König Franz Joseph l.
und Königin Elisabeth haben die Stadt und Festung gleichfalls besucht.
Die Komorner Gegend ist, mit Ausnahme der östlichen hügeligen Gelände, im
allgemeinen eine tiefgelegene Ebene, die sich kaum 100 Meter über das Meer erhebt. Die
Flüsse irren in diesen flachen Niederungen seit Urzeiten nach ihrer Laune umher, wobei
sich ihre Betten und das Angesicht der Gegend fortwährend ändern.
Die unbändige Waag pflegt riesige Gebiete zu überfluten: wenn aber ihr schwellendes
Wasser wegen des Eisstandes der Donau nicht abfließen kann, tritt sie aus ihrem Bette,
wendet den Lauf und fließt aus ihren Überflutungsterrains stromaufwärts. Ihre Regulirung
wurde schon im XVI. Jahrhundert gefordert. 1659 verfügte auch die Gesetzgebung die
Regulirung des Theiles bei der Insel Schütt und den Neubau der verdorbenen Dämme.