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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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Industrie bald bis weit über die Landesgrenze hinaus berühmt. Gegenwärtig hat die 
Großindustrie diesen Gewerbezweig erdrückt/ doch bewahrt die Gemeinde noch immer die 
Urkunde über die zwischen ihr und Raköczy 1646 vereinbarten Urbarial-Ablösungen, das 
von 1600 bis 1849 reichende Zunftbuch der Tuchweber und einige Marktbefugnisse. 
Puchö hat noch jetzt einen bedeutenden Viehmarkt und ist Hauptsitz des Getreideverkehres 
aus dem Waagthal nach Mahren. Ungefähr ein Kilometer von Puchö steht im Thale 
von Dohnany, von rothem Felskalk umgeben, 200 Meter über der Sohle des Waag 
thals, der weiße Kalksteinfelsen Vesska, durch den eine 1'8 Meter breite Scharte geht. 
Der Fels war schon in der Urzeit befestigt und noch im XIV. Jahrhundert stand oben das 
,custrum Uzmllov«. Seine Umgebung, die auffallend an die urzeitliche Niederlassung 
„Schweizersbild" bei Schaffhansen erinnert, ist nenestens durch die Ausgrabungen des 
Freiherrn von Hoenning O'Caroll zu großem Rufe gelangt. Unter den hier gefundenen 
Gegenständen sind fast alle Epochen, bis zu den Resten der Steinzeit zurück, vertreten. 
Über Puchö hinaus liegt am Fuße des von Lißa bis zum Vlarapaß reichenden 
Okrlißkö-Gebirges, an beiden Waagnfern, das Becken von Jllava. Die inselartige felsige 
Kalksteinformation des nordwestlichen Grenzgebirges erscheint in dieser Gruppe am 
charakteristischesten in der Gegend von Prußka und Lednicz bis nach Puchö hin, wo 
nicht nur die Jurakalkfelsen des Oroßlänkö (Podhragy) und Vöröskö (Rottenstein), 
sondern auch die inmitten liegenden, burgruinenähnlichen Felsmassen sehr malerische 
Bildungen sind. Hie und da stehen auch die den Schichten des Karpathen-Sandsteines 
ungehörigen Felsen zu Tage, über denen der, der mittleren Kreidezeit angehörige, soge 
nannte Puchöer Mergel lagert. Von den dortigen Thalhängen eilen zahlreiche Bäche 
nieder; auch kommen Bergrutsche häufig vor, denn durch die schief aufgelagerteu Schichten 
dringt das Wasser ein und weicht den Mergel auf, worauf das auf diesem ruhende Erd 
reich in erst langsames, dann immer schnelleres Rutschen geräth. 
Unter den Ortschaften längs des Weges fällt Mcdne ans. Das dortige Schloß ist 
Stammsitz der Mednyanßky und birgt eine reiche Geweihsammlung. Die Umgebung ist 
ein förmlicher Wald von Obstbäumen, da Alexander Mednyanßky ausgedehnte Pflaumen 
gärten angelegt hat, deren Ertrag theils durch Branntweinbrennerei, theils durch 
sorgfältiges Dörren in einem vortrefflich eingerichteten Darrhause verwerthet wird. Sein 
Beispiel hat das Volk der Gegend zu gleicher Thätigkeit angespornt, besonders im Puchöer 
Bezirk, wo das Dörren von Pflaumen und anderem Obst als wichtiger Erwerbszweig 
betrieben wird und einen bedeutenden Export ermöglicht. Die Ortschaft Zubäk hat 
mageren Boden, der nur Hafer hervorbringt. 1894 wurde hier eine Lehrwerkstätte für 
Filzschuhe errichtet, um der Bevölkerung einen Erwerb zu bieten. Weiterhin liegt in einem 
Engthale, von schönem Eschen-, Buchen- und Tannenwald überragt, die Ortschaft Lednicz.
	        
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