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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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Strichen gibt es viel Himbeeren, Erdbeeren nnd Wachholder, aus dem in Rajecz, Dvmanizs 
und anderwärts Öl und Branntwein bereitet wird; diese Producte werden auch nach 
Deutschland, Frankreich, England und Bosnien ausgeführt. Das Bosaczthal hat noch als 
Specialität schwarze Johannisbeeren. Aus Äpfeln wird Fruchtwein bereitet und auch 
gedörrtes Obst wird viel verkauft. Die Wälder und Gewässer dieser Gegenden haben eine 
reiche Thierwelt. In manchen Gegenden kommen Bär, Luchs, Wolf, Wildschwein, Reh, 
Adler, ja auch der Auerhahn vor; die Büche bei Waag-Bistritz und der Lopenik-Gegend 
sind forellenreich; dasselbe gilt von Zborove; in Kolacsin hat Paul Andahäzy eine über 
neun Teiche ausgedehnte Fischzucht zu Handelszwecken, wobei in jedem Teich eine andere 
Fischgattung (besonders Lachse, Hechte, Forellen und Karpfen) gezogen wird. Ähnlich 
ist auch die Anlage zu Zay-Ugröcz eingerichtet. 
Zwischen Sztrecsnö und Waag-Nenstadtl gibt es längs der Waag, namentlich in 
der Gegend von Vratna, Ließkö, Lednicz und Orlove, Steinkohlenlager; bei Vöröskv, 
Rovne, Szulyö, Motesicz und Lednicz finden sich Marmor und Pyrit, vorzüglicher, zum 
Brennen und zur Bearbeitung tauglicher Stein, mehrere ausgezeichnete Thermen und sehr 
viele Sauerwasserquellen. Auch Gewerbe und Handel der Gegend zeigen einen Aufschwung, 
der durch sieben im Comitate befindliche Geldinstitute, die dem ganzen Laufe der Waag 
folgende Waagthalbahn, die vorzüglichen Chausseen an beiden Seiten der Waag, endlich 
durch mehrere gute Straßen der hinausführenden Pässe wesentlich gefördert wird. Das 
Kleingewerbe dient zumeist nur dem localen Bedarf, nnd sowohl die Industrie, als auch 
der Kleinhandel verwerthen blos die Gaben der Natur; so beschäftigen sich die meisten 
Industriellen mit der Verarbeitung des Holzes (Tischler, Böttcher, Binder, Wagner, 
Zimmerleute), und dieser Artikel spielt auch bei den Verkehrsunternehmnngen die Haupt 
rolle; Bauholzhändler gibt es 131. Allein das Trentschiner Comitat besitzt auch eine stark 
entwickelte und nach allen Richtungen der Welt arbeitende Fabriksindustrie. Außerdem 
erzeugt es, wie schon erwähnt, in je zwei Fabriken Essig und Bier, Csacza und Alt-Bistritz 
versenden gesägte Holzartikel nach Deutschland und den Ländern der unteren Donau, 
Rajecz erscheint mit seinen Lederwaaren auch auf ausländischen Märkten, Varna, Tyerhova 
und Csicsmän bereiten Käse. 
Die Bevölkerung des Comitats ist im Allgemeinen friedfertig, sanft und genügsam, 
größerentheils arm. Der Religion nach ist jetzt die Mehrzahl (258.846) römisch-katholisch. 
Einst aber herrschte hier unter Thurzöschem Schutze der Protestantismus; seine Haupt 
nester waren Sillein, Bittse, Jllava und Trentschin. Heute hat die evangelische Kirche 
22.000 Mitglieder. Der Nationalität nach ist die große Mehrheit des Volkes (93 Proeent) 
slovakisch; 3'6 Procent sind Deutsche, 1'9 Proeent Ungarn; ungarisch Sprechende gibt 
es 2V Procent. Ehedem stand es auch in dieser Hinsicht anders, nnd nicht nur die nach
	        
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