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waren und deren gleichfalls restaurirte Ueberbleibsel im Chor die Gestalten des Ritters
Donch und seiner Gemalin, Stifter dieser Kirche, und der Apostel zeigen. Im Chor befinden
sich auch zwei werthvolle altgothische Kelche, desgleichen der marmorne Grabstein und
Gedächtnißschild (von 1533) des Obergespans und Palatin-Stellvertreters Franz Revay,
dessen lebensgroße Figur im Luther-Barett, langem Rock und deutschen Schuhen dargestellt
ist. Der kuppelförmige Schalldeckel der Kanzel, vom Jahre 1692, ist ein Geschenk Stefan
Revays. Im Kirchenschiff befindet sich außer den Grabdenkmälern JohannN. Mvays, Anton
Nyarys nebst Frau und der Familie Zathureczky die Beerdigungsfahne des Hauptmanns
Nikolaus Kossuth vom Jahre 1661. An der Wand hingen früher die Sclavenketten, welche
Kossuth in türkischer Gefangenschaft trug; die Familie hat sie kürzlich dem Ungarischen
Nationalmuseum überwiesen. Im Archiv des Comitatshauses findet man das berühmte
Turöczer Regestrnm und das wichtige Protokoll des Onoder Reichstages (1707), ferner
das Edict von 1709, wodurch Josef I. das Comitat wiederherstellt und ihm Wappen und
Siegel verleiht, welche beide er aus den Familienwappen jenes Rakovßky und Okolicsänyi
combinirt, die als Abgeordnete des Comitats auf dem Räköczy'schen Reichstag zu Onod
ein blutiges Ende gefunden. Zum Gedächtniß dieser Beiden ist seitdem auch der Tisch des
Rathssaales bis auf den heutigen Tag mit rothem Tuch bedeckt.
Der Hügel östlich von Turöcz-Szent-Märton bietet eine Prächtige Aussicht auf fast
das ganze Comitat und die dasselbe umrahmenden herrlichen Berge. Vor sich hat man
den Grat des Veterna Hola, hinter sich die hohen Felskuppen des Tlßta, Wißokä, Drjenok
und Koncsißtä, nördlich am rechten Waagufer starren die durchfurchten Gewände des
krummen Krivan auf. Das nahe Kossuthfalva ist das Stammnest der Familie Kossuth;
zwischen diesem aber und seinen einwärts gelegenen Nachbardörfern Drasköcz und
Tomcsany erstreckt sich das „Jvankafölde" (Jvänkas Land), das man eine Art Heiliges
Land nennen könnte, da es von zwei Bächlein mit biblischen Namen, dem Jordan und
Cedron durchflossen ist und der anstoßende Hügel Hebron heißt. Der Ursprung dieser
Namen wird durch die Überlieferung darauf zurückgeführt, daß König Andreas II. dieses
Landstück einem ungarischen Kriegsmann geschenkt habe, der ihm auf seinem Kreuzzuge in
das heilige Land das von einem Sarazenen bedrohte Leben gerettet. Der Sohn dieses
Kämpen hieß Jvanch und von seinen Nachkommen stammen die noch heute lebenden Fami
lien Jvanka, Jlgö, Bohunka und Drasköczy ab. Alles zusammen gleicht einem hoch um
mauerten Riesengarten, dessen dicht verstreute Dörfer den Eindruck von ebensovielen Land
häusern und Meierhöfen machen, zwischen denen sich, zu Füßen der Mincsovberge, der
Silberfaden des Turöczflüßchens hin und her schlängelt, bis es bei Ruttek in die Waag fällt.
Nördlich von Szklabina, bei dem Dorfe Krpelan am linken Waagufer, streichen die
letzten Äste der Großen Fatra. Es sind dies die Gipfel Nagy-Fatra und Kopa. Lln der