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gehörte und nur als Schenkung des Palatins Georg Thurzö im XVI. Jahrhundert an
die aus dem Gömörer Comitat eingewanderte Familie Abaffy gelangte, die es noch jetzt
besitzt. Wie das Thal sich weiter schlängelt, liegt an jeder Biegung der Ärva eine Ortschaft;
in geringen Entfernungen folgen einander Paraßt-Dubova, Dluha, von diesem
seitwärts in einem Thale Chlebnicze, dann wieder längs der Staatsstraße die Dörfer
Kriva und Podbjel; lauter alte Ansiedlungen.
Südöstlich von Podbjel öffnet sich ein langes Thal, in dem am reißenden Studena-
bach noch drei Ortschaften liegen: Bjelipotok, wo ein vortrefflicher, auch für den
Bildhauer geeigneter Sandstein gebrochen wird, Habouka und das schon am Nordabhang
des Tatragebirges liegende Zuberecz. Oberhalb Zuberecz erheben sich die höchsten
Bergspitzen des Comitats: Banyikov (2.178 Meter), Rohaczs (2.072 Meter),
Szalatin (2.050 Meter) und Oßobita (1.687 Meter), die sümmtlich dem westlichen
Theile der Centralkarpathen zugehören. Diese Berggruppe heißt hier gewöhnlich Rohäcse
(die Hirsche) und ihre himmelanstrebenden Felsgipfel sind Lieblinge der Touristen. In den
Vertiefungen des Gebirges liegen blinkende Meeraugen und tragen zum Reiz der Landschaft
bei. Es sind hier sechs solche Seen; der größte, 1.670 Meter über dem Meer gelegene ist
zehn Katastraljoch groß, der kleinste, in 1.840 Meter Meereshöhe, 3 4 Katastraljoch.
Ihr Wasser ist krystallklar, ihre Tiefe bisher unbekannt. Sicher ist, daß mehrere ihr Wasser
aus unterirdischen Quellen beziehen, und dies mag bei dem Volke den Glauben veranlaßt
haben, daß sie mit dem Meere in Verbindung stehen, sowie die Sage, daß in den drei
prächtig grünen mittleren Seen, Zelene genannt, zeitweise Meermädchen ihr Spiel treiben.
Der Stndenabach selbst, der sein Wasser ans den unterhalb des Rohacsberges liegenden
Seen empfängt, fließt einen halben Kilometer weit unterirdisch und bricht unfern dem
Dorfe aus einer grottenähnlichen Kalksteinhöhle hervor, wo die Temperatur seines Wassers
selbst im Sommer kaum über -l- 2 Grad Reanmnr steigt.
Weiterhin ist das nächste Dorf Nizsna, am rechten Ufer der Ärva, am Fuße des
steilen Oßtrasicza, der mit einem doppelten Erdwall aus der Heidenzeit gekrönt ist. Noch
weiter in einer kleinen Thalössnung liegt Nemes-Dedina, dann folgt das durch
urzeitliche Funde berühmt gewordene Kraßnahorka. Von hier geht es über die Ärva
nach dem Marktflecken Thnrdossin, der auch zu den ältesten Ansiedlungen im Comitat
gehört und schon im Mittelalter eine wichtige Rolle gespielt hat. Er war ein Knotenpunkt
des Handels mit Galizien und Hauptstapclplatz des aus Wieliczka kommenden Steinsalzes.
Die am Zusammenfluß der Ärva und des Oraviczabaches gelegene Stadt beherrschte beide
Thäler und ihr Mauthertrag war für die Herren der Burg weit wichtiger als die UrbariaU
schuldigkeiten, da diese schon im XV. Jahrhundert geregelt und die Einwohner gewisser
Privilegien theilhaft geworden waren. Zn dem Wohlstände der Stadt trug später noch bei,
Ungarn V. ^