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waren schon die meisten Minen aufgelassen. Die Zahl der aufgelassenen Minen ist gegen 50.
Jetzt sind nur noch die Bergwerke von Magurka und Deutsch-Liptsch im Betriebe.
Unermeßlich ist die Triebkraft, welche die Flüsse und Gebirgsbache des Liptauer
Comitats der Industrie liefern könnten, und dennoch ist die Fabriksindustrie hier noch sehr
schwach, weil es an Unternehmungsgeist und Anlagekapital fehlt. Von den älteren Anlagen
haben zwei Papierfabriken, eine Nagel-, Ziegel- und Torffabrik, vier Eisenhämmer, eine
Glasfabrik und etwa vierzig landwirtschaftliche Spiritusfabriken den Betrieb eingestellt.
Gegenwärtig sind noch vier Lederfabriken, eine Tanninfabrik, einige Dampfsägemühlen,
141 Mahlmühlen, eine Spodium-, zwei Holzpapierstofffabriken und eine Weberei im
Betrieb; von größerer Wichtigkeit sind jedoch blos die Lederfabrik und die in Liptö-Ujvär
bestehende Tanninfabrik. Die fabriksmäßige Verarbeitung von Spiritus, Cellulose,
Tannin, Spodium und Leder liefert Ausfuhrartikel, insofern diese Erzeugnisse auch
außerhalb des Comitats und zum Theil selbst des Landes einen Markt finden. Die Mehl-,
Kalk- und Ziegelfabrication ist nur von localer Bedeutung.
Auf dem Gebiete des Handels ist ein Aufschwung zu verzeichnen. Die Hauptartikel
der Einfuhr sind Brodfrüchte, gewebte Stoffe, Mahlproducte, Colonial- und Specerei-
waaren, Wein und Bier. Die Hauptartikel der Ausfuhr sind Holzwaaren, als rohe und
verarbeitete Baumaterialien, dann verarbeitetes und Rohleder, Kürschnerwaaren, Spiritus,
Schafkäse, Knochenmehl, Holzpapierstoff und Hadern.
Der Waagfluß ist als Wasserweg blos für den Holzhandel von Wichtigkeit, da er
im Liptauer Comitate noch nicht schiffbar ist; nur Flöße befahren ihn im Frühjahr und
Sommer; im Herbst ist er selbst für Flöße nur nach ausgiebigem Regen benützbar. Das
Hauptmittel des Verkehres ist die Kaschau-Oderberger Eisenbahn. Von Csorba, an der
Ostgrenze des Comitats, angefangen, bis Liptö-Szent-Miklös dienen dem Verkehr die
Eisenbahn, der Waagflnß und die Landstraße; von Liptö-Szent-Miklös bis Nagy-Olaß
führt noch am rechten Waagufer eine Secundär-Comitatsstraße; über Rosenberg führt
von der Sohlen Grenze bis nach Dubova im Ärvaer Comitat der Tyrnau-Krakauer
Straßenzug.
Die Bevölkerung des Liptauer Comitats betrügt 76.850 Seelen, sie wohnen in
zehn Marktflecken, 129 Gemeinden, 25 Gehöften und 27 Ansiedlungeu. In der Cultur
ist das Volk noch zurück, nur ein Drittel der Einwohner kann lesen und schreiben. Die
Alltagssprache ist durchaus das Slovakische, doch nimmt in neuerer Zeit die Erlernung
der ungarischen Sprache stetig zu. Dagegen ist die gebildete Classe des Comitats
magyarisch, und besonders in den Städten verhältnißmäßig sehr zahlreich.
Dem Unterricht dienen 102 communale Elementarschulen, ein Gymnasium (in
Nosenberg), zwei Lehrlings- und Handelsschulen, in Liptö-Ujvär eine Fachschule für