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es trägt sein bitteres Los voll Vertrauen und Ergebung in den Willen Gottes und hat
auf jeden Schlag des Schicksals nur die Antwort: „Gottes Wille geschehe." Wenn die
Glocke der Dorfkirche ertönt und die Arbeiter auf dem Felde das Läuten hören, nehmen
sie den Hut ab, lassen das Arbeitsgerät!) ruhen und verrichten aufrecht oder kniend ihr
Gebet. Und an kein Geschäft wird gegangen, ehe es nicht der Gnade des Herrn empfohlen
worden.
Für Vaterland und Heimstätte empfindet der Slovake aufrichtige Liebe, und wenn
ihn sein Schicksal noch so weit in die Fremde verschlägt, eilt er bei Gelegenheit gerne
nach Hanse. Ein slovakisches Sprichwort sagt: „Ein Stück Brod zu Hause ist besser, als
eine ganze Kuh in der Fremde."
Die Heimat der Slovaken ist sehr mannigfaltig. Da gibt es Reihen hoher Gipfel,
langer Bergketten und tiefer Thäler. Auf den Bergspitzen ragen hie und da Trümmer
alter Burgen und verschönern das Bild, das die ewig schöne Natur gewährt. Am Fuße
des Gebirges, oder auf den Höhenrücken, zwischen denen die tiefen Thäler sich einsenken,
sind die weißen Häuser des Dorfes zwischen dichtbelaubten Bäumen verstreut. Die im
Thal erbaute Ortschaft besteht in der Regel aus einer einzigen Gasse, und durch diese
strömt unter Silberpappeln oder Linden auch der Gebirgsbach entlang.
Die Bauart und Einrichtung der Wohnhäuser ist in jeder Gegend anders. Am
Rande des fruchtbaren Kleinen Alföld und weiter hinauf in den breiten Thälern sieht man
auch hübsche Häuser aus Steinen und Ziegeln, deren Gassenfronte oder breites Thor
oft mit primitiver, aber durchaus nicht geschmackloser Malerei geschmückt ist. Je höher
hinauf in das nördliche Gebirge, desto kleiner und ärmlicher werden die meist hölzernen
Hütten. Im allgemeinen ist die Form der Häuser ein längliches Viereck. Nach der Gasse
hin haben sie zwei kleine Fenster. Der wohlhabendere Bauer hat größere Fenster, an
der armseligen Hütte sind sie oft so klein, daß in der Stube ein stetes Halbdunkel herrscht.
Längs des Hauses dehnt sich der Hof, den man durch ein Pförtlein unter dem ziemlich
breiten Hausgang (pockgtiorüe) betritt. Der Boöen des Hausganges ist etwas über das
Niveau des Hofes erhöht; das Vordach ruht zuweilen auf einer Reihe hölzerner Säulen,
so daß der Hausgang als gedeckter Corridor mit offener Vorderwand erscheint. Von
diesem öffnet sich eine Thüre nach dem Flur, der zugleich als Küche dient, wo es in der
Wohnstube keinen offenen Herd gibt. Vom Flur öffnet sich eine Thüre nach rechts und
eine nach links; die eine führt in die Stube, die andere in die Kammer. In der Wohnstube
steht gleich neben dem Eingang der Kachelofen oder der gewaltige Lehmofen. Wo der
Flur als Küche dient, da wird auch ein Schornstein gebaut; wo aber der Ofen von innen
geheizt wird, da geht der Rauch durch eine Öffnung auf den Dachboden und durch das
Dach ins Freie. In einem solchen Hause füllt sich auch die Stube oft genug mit Rauch,