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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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Nicht gering ist in manchen Gegenden das 
Erträgnis; der Korbflechterei, mit der sich zahl 
reiche Dörfer des Oberlandes beschäftigen. Auch mit 
den Körben wird hausirt. Neuestens machen sie nicht 
nur gröbere, sondern auch feinere Ware, da die 
Regierung die Korbflechterei als Hausgewerbe ihrer 
besonderen Fürsorge würdigt und sogar unterstützt. 
Als Nebenbeschäftigungen der bäuerlichen 
Bevölkerung erwähnen wir noch die Kalkbrennerei, 
die Verfertigung von Mützen aus Feuerschwamm, 
die Kohlenbrennerei und das Binden von Reisbesen; 
das slovakische Volk des Oberlandes sichert sich 
dadurch gelegentlichen Erwerb. 
Eine charakteristische Beschäftigung ist ferner 
das Hirtenleben. Das slovakische Kind gewöhnt 
sich frühzeitig daran, denn im vierten oder fünften 
Lebensjahre wird ihm bereits die Hut der Gänse 
anvertraut; mit 8 oder 10 Jahren treibt er schon 
die Kühe auf die Weide. Mit 16 bis 18 Jahren ist 
der Bursche stark genug, um Rinder- oder Schafhirt 
zu sein. Er kennt jedes Winkelchen der Gegend, 
jeden Holzschlag und Fußsteig; er weiß, wohinaus 
jeder Pfad in der dichten Waldung führt. Sobald 
als thunlich, verdingt er sich als Hirt und treibt in 
den ersten warmen Frühlingstagen die Herde ins 
Gebirge hinauf, um erst im Spätherbst wieder ins 
Dorf herabzusteigen. Sein treuer Begleiter ist der 
gewaltige, weiß-struppige Schäferhund, der jeder Wcibnche Tracht in Felsö Elefant. 
Bewegung der Herde mit wachsamem Auge folgt, 
damit kein Stück sich verlaufe oder dem Hunger des zufällig anftanchenden Bären zum 
Opfer falle. Während die Herde weidet, beschäftigt sich der Hirt mit verschiedenen Arbeiten; 
auf einem kleinen Handrocken spinnt er sich den Flachs- oder Hanffaden, mit dem er seine 
Kleidung flicken wird, er bessert seine Bundschuhe aus oder macht sich neue, oder er näht 
sich Sandalen, wie der Hirt sie zu tragen pflegt. 
Bei ungünstiger Witterung kann der Schafhirt die Herde nicht auf die Weide hinauf 
treiben, sondern bleibt in seiner Hütte und bohrt und schnitzelt an verschiedenen Gegen-
	        
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