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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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als von dem gebirgigen, mit düsteren Waldungen bedeckten Oberland. Die natürliche 
Schönheit des Dnnantul war auch noch gesteigert durch die Überreste eines älteren, besser 
cultivirten Zustandes. Dort wurde die Eroberung des Landes vollständig und fand ihren 
Abschluß; dort ließen sich die vornehmeren, mächtigeren Stämme in größerer Zahl nieder; 
dort werden sie auch das Christenthum zuerst und am unmittelbarsten kennen gelernt 
haben. Dorthin verlegte später König Stefan der Heilige die meisten seiner kirchlichen 
Stiftungen. Die zum größten Theil mit ununterbrochener Waldung bedeckten Gegenden 
Oberungarns zeigten sich hiezu nicht sonderlich geeignet, überdies lag bei der Spärlichkeit 
der Bevölkerung auch keine solche Nothwendigkeit dazu vor. Von den zehn Bisthümern, 
die der königliche Organisator des Christenthums im Lande errichtete, kann das Waitzner 
Bisthum nur insofern dem Oberlande zugezählt werden, als sein Sitz am Fuße der 
äußersten Ausläufer der Karpathen liegt, während sein Gebiet dem Alföld zugehört. Die 
Erlaner Diöcese erstreckte sich aus dem Lande zwischen Donau und Theiß bis in den 
östlichen Theil der Nordgegend hinauf. Die Insel Schütt, sowie die Thäler der Waag, 
Neutra, Gran und Eipel, und noch weiter das ganze bewohnte Gebiet gegen das Gebirge 
hin, gehörten bis an die Landesgrenze zur Graner Diöcese. Das Neutraer Bisthum entstand 
fast hundert Jahre später; es wurde vielleicht durch König Bela II. um das Jahr 1133 
gegründet, zum Theil aus den Stiftungen Ladislaus' des Heiligen. Auf dem nördlich von 
Neutra in der Ebene aufsteigenden Zoborberge, wo sich schon zur Zeit der Slaven eine 
Einsiedelei befand, stand unter der Regierung Stefans des Heiligen ein Benedictinerkloster 
zu Ehren des heiligen Hippolyt. 
Keine Aufzeichnung bezeugt, daß auf diesem Gebiete des Reiches unter Stephan 
dem Heiligen irgend ein Gebäude errichtet worden; immerhin wird es so viel wie sicher 
sein, daß im Laufe des XI. Jahrhunderts auch an den beiden Bischofssitzen Waitzen und 
Erlau Kirchen erbaut wurden. König Geza I. (1074 bis 1077) ließ sich in der Waitzner 
Domkirche bestatten. Ladislaus der Heilige schenkte der Erlaner Kirche Besitzungen. 
Martyrius ist der zweite, dem Namen nach bekannte Bischof der Erlaner Diöcese; er ließ 
als Erzbischof von Gran größere Bauten ausführen, es ist also anzunehmen, daß er auch 
als Bischof von Erlau, etwa in den Jahren 1142 bis 1150, ein Gleiches gethan hat. 
Wahrscheinlich hat der Aufschwung, den die Bauthütigkeit im Dnnantul zu Ende des 
XII. Jahrhunderts unter Bela III. (1172 bis 1195) nahm, auch nach dem Oberlande 
übergegriffen und es dürften zu dieser Zeit auch die dem XI. Jahrhundert entstammenden, 
primitiven Kirchen der Bischofssitze Waitzen und Erlau neu aufgeführt worden sein. 
Vielleicht steht die Schenkung, durch welche Bela III. die Erlaner Kirche förderte, damit 
im Zusammenhang. Diese neugebaute Kirche in Erlau mag es dann gewesen sein, in der 
sich König Emerich im Jahre 1204 beisetzen ließ. Beta IV. sagt in seiner Urkunde vom
	        
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