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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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verhältnißmäßig die meisten Bauwerke entstanden sein dürften. In der westlichen, größeren 
Hälfte der Insel Schütt, die jetzt dem Preßburger Comitat zugehört, werden in den 
Urkunden von 1161 bis 1253 etwa 15 Ortschaften erwähnt. Es ist gewiß nur eine pietät 
volle Sage, daß Stefan der Heilige zu Ehren der zwölf Apostel auf der Insel Schütt 
zwölf Kirchen gebaut und ebenso, daß die Ortschaft Vajka, die im Jahre 1186 zum ersten 
Mal erwähnt wird, ihren Namen nach dem des heiligen Königs erhalten habe; trotzdem 
drängt sich die Wahrscheinlichkeit auf, daß in dieser Gegend während des XII. und 
XIII. Jahrhunderts weit mehr Kirchen gebaut wurden, als das in der Verordnung König 
Stefans des Heiligen vorgeschriebene Verhältniß von einer Kirche zu zehn Ortschaften 
erforderte. Jndeß mochten diese Kirchen ziemlich primitiver Construction sein und an ihre 
Stelle traten im XIV. und XV. Jahrhundert jene gothischen Kirchen, welche die Insel 
Schütt noch jetzt so eigenthümlich kennzeichnen. Hin und wieder kommen dabei auch 
romanische Bauelemente vor. In dieser Hinsicht ist die interessanteste die zweithürmige 
Pfarrkirche zu Egyhaz-Gellye, über deren Thürme und die von diesen flankirte Fa^ade ein 
Rundbogenfries läuft; auch die Fenster der Thürme sind rundbogig; der Chorabschluß 
dagegen Polygon und spitzbogig, desgleichen der das Schiff vom Chor trennende Triumph 
bogen; wogegen wieder die Kapitäle der Halbsäulen im Chor mit Blätterwerk im Über 
gangsstil geschmückt sind. 
Im Neutraer Comitat haben sich einige Beispiele von kleineren romanischen Dorf 
kirchen erhalten. Die charakteristischeste unter diesen ist die Pfarrkirche der Ortschaft Divek. 
Sie ist einschiffig, mit halbkreisförmigem Abschluß; an der Westfa^ade erhebt sich, in den 
Körper der Kirche hineingebaut, ein quadratischer Thurm, dessen Paarige und dreifache 
Fenster durch Säulchen getrennt sind. Sie hatte ursprünglich eine Balkendecke. Die noch 
einfachere Friedhofskapelle des Dorfes Daröcz hat über dem Eingang eine auf zwei Pfeilern 
ruhende Gallerte. Die mit einer Befestigungsmauer umfangene Kirche der Gemeinde Szadok 
ist einschiffig und einthürmig, mit geradem Abschluß; die Laibung des rundbogigen Thores 
mit je einer Halbsäule gegliedert. Die einthürmige Kirche auf dem Felsen über dem Dorfe 
Daräzs hat im Laufe der Zeit allerlei Veränderungen erlitten, dabei aber ihren romanischen 
Charakter bewahrt. Auch die Pfarrkirchen der Dörfer Bän und Kö-Poruba im Trentschiner 
Comitat sind ganz einfache romanische Bauten. Ebenso einfach ist die befestigte, thurmlose 
Kirche des Dorfes Halnzicz im nämlichen Comitat. 
Im Sohler Comitat wurden die Pfarrkirchen der Städte Karpfen, Dobroniva, 
Szäß, Bäbaßek und Hajnik durch sächsische, Bergbau treibende Ansiedler vermuthlich zu 
Anfang des XI!I. Jahrhunderts erbaut. Der Anordnung nach sind sie verschieden und 
auch spätere Erneuerung hat an ihnen so Manches verändert, dennoch haben sie einige 
gemeinsame Eigenschaften bewahrt, in denen sich die in Sachsen heimische spätromanische
	        
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