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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 1. Abtheilung

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Streben gegliedert. Sowohl die drei-, als auch die einschiffigen Kirchen haben in der 
Mitte der Westseite einen quadratischen Thurm, dessen Untergeschoß als Vorhalle dient. 
In Karpfen, Dobroniva und Szäß ist der Thurm in den Raum der Kirche hinein 
gebaut und ruht mit seinen beiden inneren Ecken auf Pfeilern. In Bäbaßtt erhebt sich 
der Thurm vor der Fa^ade. Die Pfeiler sind ungegliedert, die Tragsteine und Kämpfer 
roh geformt, die Säulchen der gepaarten Thurmfenster zwar verschieden, aber von 
unentwickeltem Formgefühl und Mangel an Erfindung zeugend. In dieser Hinsicht ist die 
Kirche zu Szäß, die reichste unter allen, zugleich die charakteristischeste. Das Schiff der 
Kirche zu Hajnik ist quadratisch angeordnet, die frühere Flachdecke durch ein Gewölbe 
ersetzt, das auf einem in der Mitte des Schiffes stehenden Pfeiler ruht; auch der Polygone 
Abschluß stammt aus der Zeit des gothischen Umbaues. 
Im Honter Comitat folgen die Kapellen der Ortschaften Börzsöny und Alles in ihrer 
einfachen Anordnung gleichfalls dem sächsischen Vorbilde, weichen jedoch von den oben 
geschilderten insofern ab, daß sie dieselben an Reichthum und Gewähltheit der ornamentalen 
Formen übertreffen, ja sie deuten durch das Vorkommen von Thierformen in ihrer 
Ornamentik auf die höchstentwickelte Phase des romanischen Baustils hin. Jede steht auf 
einem Hügel neben dem Dorfe und ist mit einer Schutzmauer umgeben. Die Börzsönyer 
Kapelle ist ihrer Construction nach so aus einem Guß und befindet sich in so gutem 
Zustande, daß sie im Oberlande kaum ihres Gleichen hat. Ihr einziges Schiff schließt mit 
einer weit mehr als halbkreisförmigen Apsis ab; vor ihrer Westfa^ade steht ein quadratischer 
Thurm; das Schiff hat eine Balkendecke. Die Überlieferung, welche sie um das Jahr 1140 
erbaut sein läßt, wird widerlegt durch das ungewöhnlich geschmückte Kranzgesimse des 
Abschlusses, das ein attisirendes, dreifaches Glied, unter diesem Sägezähne und noch 
weiter einen Rundbogenfries zeigt, in dessen Rundbogenfeldern menschliche Köpfe angebracht 
sind. Die einzige Thüre öffnet sich an der Südseite und ist mit einem Rundstab 
eingefaßt. Die Fenster sind einfach. Das Untergeschoß des Thurmes hat einen Fries mit 
Schachbrettmuster; die Säulchen der Doppelfenster in den beiden oberen Thurmgeschoßen 
erinnern durch ihre weniger gelungenen Formen an die der Kirchen im Sohler Comitat. 
An der einschiffigen Kirche des Dorfes Jlläs sind Thurm und Decke neu. Besonders 
werthvoll ist das Portal mit dreifach gewulstetem Bogen; die Laibung durch je drei 
zwischen Hohlkehlen stehende Halbsäulenschäfte gegliedert; die Kapitäle mit Drachenfiguren 
geschmückt. 
Im Liptauer Comitat fällt die Pfarrkirche von Liptö-Szent-Marton auf, deren mit 
einer Balkendecke versehenes Schiff und vor die Westseite gestellter Thurm ihren romanischen 
Charakter fast unberührt bewahrt haben, wogegen ihr Chor gvthisch ist, mit geradem 
Abschluß und rundbogigen Fenstern. In demselben Comitat besitzt die Gemeinde Ludrova
	        
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