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Full text : Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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der  Dichter  1839  diese  Schule  besucht  hat.  Ferner  gibt  es  eine  Bergwercksschue  zur
Ausbildung  subalterner  Bergwerksbeamten,  mehrere  Mädchenschulen  und  zaM.che
Elementarschulen.  Die  Einwohner  sind  größteutheils  römisch-katholisch.  Bei  Processwueu
und  an  großen  Feiertagen  bietet  die  malerisch  nniformirte  Truppe  der  Bergleute  einen
interessanten  Anblick.  Dabei  wird  auch  das  Symbol  der  Stadt,  „Schlägel  und  Elsen  an.
dem  Jahre  1537,  die  im  Archiv  anfbewahrt  sind,  herumgetrageu.  D,e  Einwohner  waren
früher  in  drei  Nassen  gesondert:  die  grnbenbesitzenden  Bürger,  die  Gewerbetre,  enden,  die
Kanflente  nnd  die  Bergknappen.  Die  grnbenbesitzenden  Bürger  genossen  die  meisten  Rechte.
Auch  jetzt  ist  der  Bergbau  die  Hauptbeschäftigung  der  Einwohner,  obgleich  die  Bergwerke
der  Stadt  schon  sehr  erschöpft  sind  und  weniger  lohnen.  Handel  und  Gewerbe  sind  rührig,
namentlich  ist  die  Tischlerei  sehr  entwickelt  und  die  Schemnitzer  Thonpfeifen  sind  nn  ganzen
Lande  beliebt.  Inden  dürfen  erst  seit  den  Dreißigerjahren  dieses  Jahrhunderts  m  der  Stadt
wohnen,  früher  waren  ihnen  die  Bergstädte  verschlossen.
Die  Schwesterstadt  Dilln  (Belabanya)  liegt  nordöstlich  von  Schemmtz.  Früher
hieß  sie  Feherbanya.  Sie  gehörte  schon  zur  Zeit  Ludwigs  des  Großen  zn  Schemmtz,  loste
sich  jedoch  während  der  Hnssitenbewegung  los  nnd  erhielt  von  Ladislaus  V..  sowie  von
Matthias  ihr  Stadtrecht  bestätigt.  Im  Jahre  1572  wurde  sie  königliche  Freistadt,  seither
jedoch  wieder  mit  Schemmtz  vereinigt.  Westlich  von  Schemmtz  liegt  in  herrlichem  Fichtenthal ­
  das  ihm  zugehörige  Hodritsch  (Hodrnsbänya),  mit  schönem  Honveddenkmal,  und  un
Südwesten,  an  der  Landstraße  nach  Bat,  findet  sich  noch  eine  Bergwerkscolome  der  Mutterstadt
  Windschacht  (Szttakna),  das  nach  den  wendischen  Urbewohnern  eigentlich  Wendschacht ­
  heißen  sollte.  Ganz  nahe  dabei  liegt  die  selbständige  Gemeinde  Hegybänya,  eme
smmm->i'si-isrbe  des  Vereins  für  Feriencolonien,  mit  einer  jetzt  gut  gedeihenden  Lehrwerkstätte ­

  für  Kinderspielzeug.  ^
Schemnitz-Dilln  ist  durch  eine  schmalspurige  Flügelbahn  mit  der  Station  Garam-Berzencze
  (Gran-Bresnitz)  der  Eisenbahnlinie  Budapest-Ruttka  verbunden.  Der  Bahnzng
verläßt  das  Granthal  und  klettert  mit  mühsamem  Gerumpel  in  enger  Thalschlncht  unter
zahllosen  Windungen  hinan.  Jenseits  der  Station  Dilln  erblickt  man  Dilln  selbst,  einen
ärmlichen  Ort,  der  am  Fuße  der  kahlen  Berge  verstreut  liegt.  Auf  einem  Hügel  steht  die
ummauerte  Kirche  mit  hohem  Thurm.  Weiterhin  erscheint  das  Silberschmelzwerk  emer
Privatgesellschaft,  und  noch  weiter  in  hübscher  Lage  der  Halicser  See.  Dann  erscheint  das
überraschend  schöne  Bild  des  Schemnitzer  Calvarienberges,  bald  rechts,  bald  links  der  häufig
umschwenkenden  Bahnlinie.  So  wird  in  beständigem  Steigen,  nachdem  noch  das  hübsche
Thal  von  Kisiblye  berührt  worden,  die  letzte  Steilhalde  genommen,  wo  man  auch  schon  den
Szitnya  erblickt.  Nun  liegt  das  ganze  Bild  der  uralten  Bergstadt  ansgebreitet,  die  Bahn
neigt  sich  bereits  und  wenige  Minuten  später  hält  der  Zug  im  kleinen  Bahnhof  von  Schemmtz.
            
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