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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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Jpolysag, treiben viel Kleiderluxus. An Festtagen, zum Kirchgang erscheinen sie breit 
gekleidet, mit vielen Röcken in Sammt und Seide, dazu in krachenden Stiefeln mit gefälteltem 
Schaft und Messingsporen, ein dickes Gebetbuch im Quartformat in Händen. Die junge 
Frau trägt ein Kopftuch über dem aufgesteckten Haar, die Mädchen flechten sich Zöpfe 
mit langen bunten Bändern. 
Das magyarische Volk des Eipelthales ist im Allgemeinen zu Poesie und Lied 
geneigt. In den Dörfern klingt es von Melodien und die bedeutenderen Ereignisse werden 
von den Mädchen alsbald „ausgesnngen". Auch an Sprichwörtern und Redensarten mit 
localen Beziehungen ist kein Mangel. 
Auch die slovakische Bevölkerung des Comitats zeigt keine Abweichungen von 
den Eigenschaften der oberländischen Slovaken. Es sind arme, geduldige, zum Trübsinn 
neigende, religiöse Leute. Sie betreiben häusliche Gewerbe und reisen im Sommer als 
Schnitter. Unter den wenig zahlreichen Deutschen haben sich die Schwaben von Deutsch- 
Pilsen (Börzsöny) das Meiste an Stammeseigcuheiten bewahrt. Auch ihre Sprache hat 
einen besonderen Klang; man muß daran gewöhnt sein, um sie zu verstehen. 
Der politischen Verwaltung nach theilt sich das Comitat in fünf Verwaltungs 
bezirke und die Stadt (mit geordnetem Magistrat) Karpfen, dazu kommt noch das selbst 
ständige Municipium der königlichen Freistadt Schemnitz-Dilln. 
Mehrere strebsame Männer des Comitats haben vor Kurzem eine sehenswerthe 
Ausstellung von historischen Gegenständen veranstaltet, die für das Comitat interessant 
und auch in anderer Hinsicht werthvoll waren. Das Material dieser Ausstellung bildet 
den Stock des ständigen Comitatsmuseums, das die Aufgabe hat, die Vergangenheit 
des Comitats den künftigen Geschlechtern vor Augen zu führen. 
Bergbau und Lsüttenwesen. 
Die Berggegenden Ungarns sind an vielen Stellen reich an Erz, das in Gestalt 
von „Gängen" die mehr oder weniger ausgedehnten Spalten des Gesteins ausfüllt. Diese 
Gänge kommen oft gruppenweise vor, ja sie bilden in manchen Gegenden ein ganze» Netz von 
Gängen, das einen hochwichtigen und ansgebreiteten Bergbau hervorgerufen hat. Zahlreiche 
Ortschaften und Städte danken Ursprung und Gedeihen dem Bergbau. Tausenden gibt 
dieses Urgewerbe Arbeit und das tägliche Brod. In früheren Jahrhunderten zumal, als 
der internationale Handel und Verkehr noch in den Kinderschuhen stand, als ein Ausgleich 
der Überschüsse und Ausfälle in der gewerblichen und Rohproductiou der einzelnen 
Länder noch kaum möglich war, als man das unentbehrliche Hilfsmittel de» Austausches 
von Waarcn und Eigenthum, das Geld, beziehungsweise den zu dessen Herstellung
	        
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