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Die aus der Grube geförderten, reicheren, sogenannten Scheiderze kommen sofort
in die Schmelzhütte; dagegen bedürfen die ärmeren Erze erst einer Vorbereitung, indem
sie in den Pochwerken klein gepocht und mittelst Wassers concentrirt werden. Die erzogen
Theilchen (Graupen) setzen sich nämlich, wegen ihrer größeren Schwere, rascher zu Boden
und bleiben liegen, während die ärmeren oder ganz tauben Theilchen von der Strömung
des Wassers fmtgerissen werden. Diese Arbeit wird durch verschiedenartige Maschinen und
Apparate (Setzmaschinen, Stoßherde, Kehrherde und noch andere Herde, Pochtröge
u. s. w.) geleistet.
Die Erze werden in Schemnitz und Umgegend in 18 Pochwerken zerpocht, mit
4 Backenquetschen 9 Paar Quetschwalzen und 817 Pochstempeln; zur Concentnrung
dienen 20 Setzmaschinen, 329 Stoßherde und 35 andere Herde. Als bewegende Kraft
für alle diese Apparate dienen 89 Wasserräder und Turbinen mit 556 Pferdekräften und
5 Dampfmaschinen mit 226 Pferdekräften.
Unter die neuesten Pochwerke gehört das von 1890 bis 1892 errichtete Sandor-
Pochwerk, dem Franz Joseph-Schacht gegenüber; es dient zur Aufbereitung der blei
haltigen Erze und ist ganz zeitgemäß eingerichtet.
Die Zahl der ständigen Arbeiter bei den Gruben und Hilfswerken betrug im Jahre
1896 1971, die der zeitweiligen 320. Diese Arbeiterschaar stand unter der Leitung von
54 Aufsehern und 18 Beamten. Der Reinverdienst der Arbeiter betrug in diesem
Jahre 431.497 Gulden.
Von der Ausdehnung und volkswirthschaftlichen Wichtigkeit des Metallbergbaues
in der Schemnitzer Gegend geben folgende Ziffern Zeugniß:
Von 1790 bis 1889, also in hundert Jahren, wurden gewonnen:
14.110 Kilogramm Gold 2345 Millionen Gnlden,
656.508 „ Silber S9'08 „
556.072 q Blei 8'62 „ „
3.154
Kupfer
045
Summe . 91'0 Millionen Gulden.
Im Jahre 1896 war die Production:
2047 Kilogramm Gold ... - 329448 Gulden,
4.578-9 „ Silber 332.166 „
2404 ip Kupfer 11.284 „
7.164-2 „ Blei - - - - - 107.464^ „
Summe . . 780.062 Gulden.
Wasserwirthschaft. Im Bergbaue spielt das Wasser eine wichtige Rolle, da es
theils als Triebkraft, theils als Concentrationsmittel bei der „Aufbereitung" der Erze