gleichnamigen Dorfes, am Fuße des Medves-Plateaus, schwenkt bei Homok-Terenne
nach Westen ab und bildet die Grenze zwischen den Comitaten Nögrad und Hevcs.
Bedeutender als die Zagyva ist die Eipel, die an der Nordspitze des Com.tats
entspringt und ihren Lauf erst in breitem Thale, dann in immer werterer Ebene ans
Balassa-Gyarmat nimmt, wo sie für eine Strecke zur Grenzlinie zwischen Hont und
Nögrad wird. Dieser Fluß theilt das Comitat in zwei Theile, was auch in ethnographischer
Hinsicht gilt, da das rechte Ufer mit geringen Ausnahmen von Slovaken, das linke mit
Ausnahme einiger kleineren slovakischen Inseln von Magyaren bewohnt ist.
Wir beginnen die genauere Beschreibung des Comitats unten, mit Waitzcn, da«
einst diesem Comitat angehört hat, später aber zum Pester Comitat geschlagen wurde.
Waitzen (Vüech ist eine Stadt mit geordnetem Magistrat und römisch-katholischer
Bischofssitz. Es liegt am linken Ufer der Donau, wo diese aus der prächtigen, schon bei
Gran beginnenden Bergschlucht heraustritt und ihren bisher östlichen Lauf plötzlich
südwärts, in der Richtung auf Budapest abbiegt. Linkerhand der Stadt streicht eine
Bergkette, deren Fuß beinahe bis an das Ufer vortritt, so daß Waitzen sich dicht an den
Strom schließen muß, lang und schmal, der langen und breiten Hauptstraße entlang, in
die sich rechts und links kurze, aber hübsche Gäßchen öffnen. Über den meist wohlgebauten
Häusern erhebt sich stattlich die bischöfliche Domkirche, deren 70 5 Meter hohe Kuppel
weithin in der Gegend sichtbar ist. Nahebei ragt am Stromufer der Bischofspalast auf,
ein imposanter zweistöckiger Ban, den ein hübscher Park umgibt. Bemerkenswerthe
öffentliche Gebäude sind noch das Piaristenkloster mit Obergymnasium, die Pfarrkirche m
der Oberstadt, die Franciseanerkirche, das Landes-Taubstummeninstitut, die Landes-
Strafanstalt und das städtische Schützenhaus. Die Einwohnerzahl ist rund 15.000, wovon
ein ansehnlicher Theil der gebildeten, Handel- und gewerbetreibenden Classe angehört,
während die Mehrzahl sich dem Ackerbau und Weinbau widmet. In Wachen haben
mehrere Ämter ihren Sitz, dazu kommen verschiedene Geldinstitute und Kreditinstitute für
Handel und Gewerbe. Unter den Culturanstalten erwähnen wir das bischöfliche Seminar,
die bischöfliche Bibliothek in einem schönen eigenen Gebäude, das Obergymnastum der
Piaristen, mehrere Mönchsorden, mehrere Lesezirkel, den Museumsverein, verschiedene
gesellige und wohlthätige Vereine. Die Druckerei wurde schon 1775, unter Mana
Theresia errichtet. Die große Monarchin hat die Stadt im Jahre 1766 auch besucht;
ihr zu Ehren wurde damals der große steinerne Triumphbogen auf der Haupt
straße erbaut, der noch jetzt eine Sehenswürdigkeit der Stadt ist. Der Verkehr Wachens
ist bedeutend, da es an der Budapest-Wiener Eisenbahnlinie liegt und auch an der
Donauschiffahrt theilnimmt, für die am unteren Ende des schönen Quars em Hafen
angelegt ist. Es gibt zahlreiche Fabriken, und auch die im Strafhause betriebenen Gewerbe