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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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Gömör und Zips. Ihre Gipfel sind höher als die der vorher genannten Berggrnppe. 
Diese Gebirge bestehen zumeist aus Gneis und Granit. Das Granthal ist nicht reich an 
Erzen. Zwar kommt an manchen Stellen Eisenerz vor, doch sind die Lager zu dünn, um 
den Abbau zu lohnen; daher beziehen hier die Hüttenwerke des Herzogs von Coburg das 
Eisen aus den Gruben von Dobschau und Iglo. 
Die klimatischen und Witterungsverhältnisse sind im Muränyer und Granthale 
sehr verschieden; dort betragt das Jahresmittel 17 Grad Celsius, während der Gömörer 
Theil des Granthales zu den kältesten Gegenden Ungarns gehört. Einen Frühling gibt 
es da überhaupt nicht, und auch der Sommer dauert nur ein Paar Wochen; die wärmsten 
Tage fallen ans Ende Juli und Anfang August, aber oft kommen noch im August 
Nachtfiöste vor, die den wohlgedieheuen Pflanzenwuchs vernichten. Im Winter gibt 
es nicht selten Schneestürme, die den Schnee zwei bis drei Meter hoch aufthürmen; 
dadurch wird die Ansrechterhaltnug des Verkehres sehr kostspielig. 
Dem Klima der beiden Thäler entspricht auch ihre Vegetation. Das Muränyer 
Thal hat Weizen, Mais, ja im südlichen Theil auch Reben, während die Landwirthschaft 
des Granthales theils des rauhen Klimas, theils des mageren Bodens wegen nur geringe 
Abwechslung bietet. Meist werden Hafer und Kartoffeln gebaut, Obst gedeiht kaum an 
ein paar Stellen. 
Der Bestand an Vieh und Schafen ist in beiden Thälern ziemlich stark. Leider 
lassen die Bewohner des Granthales ihrem Zugvieh nicht genug Pflege und bei der 
Arbeit keine Schonung angedeihen. Die Schafzucht ist wichtiger, da die Bevölkerung das 
Tuch für ihre Oberkleider aus der Wolle ihrer Schafe verfertigt. 
Beide Thäler sind mit sehr ausgedehnten Waldungen bedeckt, die meist zur 
Coburg'schen Herrschaft gehören. Jni Muränyer Thale sind es Laubwälder, im Granthale 
Fichtenwälder. Die jährliche Abstvckung betrügt 1166 Joch und ergibt 189.462 Kubik 
meter Holz. Das Nutzholz wird größtentheils zu Baumaterialien zersägt, das Übrige 
für Schindeln benützt, verstößt oder der Kohlenbrennerei zugeführt. 
Der Wildreichthum dieser Gegenden war schon vor Jahrhunderten bekannt. Außer 
dem nutzbaren Wild gibt es Bären, Füchse, Edel- und Steinmarder, Wildkatzen; der 
Wolf zeigt sich nur ausnahmsweise; an Federwild kommen mehrere Adlerarten vor. 
Acclimatisirt wurden auf dem Kiraly-Hegy das Murmelthier und der Hirsch, eingewandert 
ist der Luchs. Die Gewässer sind sehr forellenreich. 
Die Einwohnerzahl der beiden Thäler beträgt rund 32.000. Im Muränyer Thale 
sind es meist Slovaken, doch kommen auch Dörfer rein magyarischer Zunge vor. In 
mehreren slovakischen Gemeinden wird auch fließend ungarisch gesprochen; die Intelligenz 
aber, sowie die gewerbetreibende Classe, ist überall magyarisch, oder des Ungarischen
	        
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