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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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Viergespann, dann folgen die übrigen unter Musik, lustigen Liedern und Jauchzern. So 
wird das Haus des Bräutigams erreicht, wo nun die eigentliche Hochzelt beginnt. Die 
Hochzeitslente beider Familien setzen sich zu Tische und müssen sich durch eine lange Reihe 
von Speisen hindurchessen, denn bei einer Palöczenhochzeit ist schon „das Suppige 
siebenfach". Die Speisen werden von den Beiständen aufgetragen, die dazu gereimte 
Grüße hersagen. Nach dem Abendessen wird der „Brauttanz" getanzt, und darauf folgt 
die Vertheilung der Brautgeschenke, an manchen Orten auch das „Brautlegen". Die 
Hochzeitsgesellschaft belustigt sich die ganze Nacht durch. Den andern Morgen wird die 
Braut mit neuer „Haartour" zur „Einweihung" nach der Kirche geführt, und nun erst 
folgt der beste Theil der Hochzeitsfeier, die „große Nachhochzeit". Jede Frau briugt der 
Braut reichlich Kuchen und Braten ins Haus, ganze gehäufte Körbe. Mittags fetzt man 
sich wieder zu Tische und unterhält sich bis zum späten Abend. Früher dauerte eine 
Palöczenhochzeit oft eine ganze Woche. Jetzt sind die Verhältnisse knapper und der Wein 
theurer, man macht also die Sache kürzer ab. 
Die Ankunft ihres Kindes pflegt die junge Palöczin unter frommen Vorbereitungen 
zu erwarten. Sie beichtet, communicirt, umhegt ihr Bett, das „mit den Knöpfen", mit 
dem „Zelttuch" und bindet in einen Zipfel desselben eine Zehe Knoblauch, ein Stückchen 
Brotrinde und ein Prischen Salz, damit das böse Auge des „Zauberers" ihrem Kinde 
nicht schadet, oder die „Bösen" es ihr Nachts nicht austauschen. Aus demselben Grunde 
wird das Neugeborene zum ersten Mal im Wasser von Roßpelei (Gliedkraut, ^tachyv) 
gebadet und bis zur Taufe ein Rosenkranz in das Bindband der „Faschen" gesteckt. Die 
Taufe findet Vormittags statt, und zwar nur in Gegenwart von Frauen, die zu Ehren 
des Neugeborenen ein Stückchen Mehlspeise, Kuchen und Branntwein verzehren. 
Die Kindbetterin wird zwei Wochen lang von ihrer Gevatterin mit Speise und 
Trank versorgt. Ihre Verwandten und Bekannten besuchen sie der Reihe nach und treten 
mit dem Gruße ein: „Gebe Gott Kraft und Gesundheit, aus dem Bett unserer lieben 
Frau glücklichen Ausgang!" Die Zeit des „Zeltliegens" dauert gewöhnlich drei Wochen. 
Während dieser Zeit verläßt die Palöczin, selbst wenn sie es kann, ihr Haus nicht; dann 
führt ihr erster Weg nach der Kirche, um Gott ihren Dank abzustatten. 
Die Bestattung der Todten ist mit vielen überlieferten Gebräuchen verbunden. Die 
Palöczen glauben, daß der Tod jedes Menschen am Himmel durch einen fallenden Stern 
angekündigt wird. Damit sich die Seele des Sterbenden leichter „befreie", wird ihr ein 
Fenster geöffnet. Der Todte wird gewaschen und in ein Feierkleid gekleidet, der Mann in 
sein „Hochzeitshemd", die Frau in ihr weißes Brautkleid, die Füße werden in Csizmen 
gesteckt, von deren Absätzen jedoch die gebräuchlichen Hufeisen vorher abgenommen sind, 
damit sein Tritt nicht trapple, wenn er in der Nacht nach seinem Begräbniß nach Hause
	        
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