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Handel und Gewerbe eine bedeutende Zunahme zu verzeichnen. Der Prodnctenhandel, die
Pferde- und Wollmärkte sind sehr besucht. In der Sz^chenyistraße, der Hauptader der
Stadt, sieht man elegante Schaufenster. In älterer Zeit hatte Miskolcz den Spottnamen
der „Csizmenmacherstadt", weil die einstige edle Csizmenmacherzunft 999 Mitglieder
gehabt haben soll. Jetzt ist diese Zahl auf ein Drittel heruntergegangen, und auch die
Guba- (Grobtuchmantel-) Industrie ist, jedenfalls durch Veränderung der Volkstracht,
im Niedergang begriffen. Dafür sind die übrigen Industriezweige in Zunahme, wenn auch
insbesondere die Schmiede und Schlosser, statt ihr Gewerbe selbständig zu betreiben, lieber
in den Privatfabriken oder in der Maschineuwerkstätte der Staatsbahnen und im nahen
Diösgyörer Eisenwerke Arbeit suchen. Durch fortwährendes Anwachsen der Stadt und
Vermehrung der gewerblichen Anlagen verengert sich zwar die Gemarkung immer mehr,
doch findet der Landbau verhältnismäßig noch Raum genug. Die Landwirthe sind im
Allgemeinen wohlhabend und sehr intelligent. Der schönste öffentliche Platz ist der
Elisabethbadplatz am westlichen Ende der Szechenyistraße, im Mittelpunkte der Stadt.
Er ist auf drei Seiten von Palastartigen Häusern umgeben, während die vierte Seite
durch die Szinva und jenen Theil des an ihrem Ufer aufsteigenden Avas begrenzt wird,
auf dem die alte reformirte Kirche steht, düster und würdig inmitten des Friedhofs, der
sich auf dem Bergabhang lagert, rings von Laubbäumen und Fichtenhainen umgrünt.
In der Nähe der Stadtseite der Kirche stehen zwei hübsche, durch die Pietät des
Comitats errichtete Grabmäler; unter ihnen ruhen zwei treffliche Söhne Borsods, Ladis
laus Palöczy und der einstige ungarische Ministerpräsident Bartholomäus Szemere.
In der Mitte des parkirten Badplatzes erhebt sich die 1898 errichtete Brouzestatue Ludwig
Kossuths, von Josef Röna. Sehr beliebte Erholungsorte sind der ausgedehnte Volksgarten
im Südostcn der Stadt und der Avas. An den Volksgarten stößt der Elisabethhain, wo die
Stadt 1899 zur Erinnerung an die unvergeßliche Königin Elisabeth deren Büste (von
Strobl) errichten ließ. Die Abhänge und das Plateau des Avas sind mit Wein bepflanzt,
seine Steilseite gegen die Stadt hin ist dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsen, in
deren Schatten man saubere Spaziergänge, Ruheplätzchen, Lauben, in den Sandstein
gehöhlte Weinkeller, Landhäuser und Vergnügungsorte findet. Längs der hügeligen
Flanken des Avas, sowie des Tetemvar, Bäbonyerberges, Bedegthales u. s. w. im Norden
der Stadt, ziehen sich lange Reihen von Kellern dahin.
Die Umgebungen der Stadt weisen viele Naturschönheiten auf. Gegen Süden
gelangt man, an Hejö-Csaba vorbei, nach dem Bade Tapolcza, in der Gemarkung von
Görömböly, einem beliebten Ausflugsort der Miskolczer. Hier entspringt der Hejö aus
reichlich sprudelnden warmen Quellen; sein Wasser ist noch mehrere Meilen abwärts so
warm, daß es im strengen Winter nicht gefriert. Die Quellen gehen in einem Thalkessel