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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

Man setzt über den Sajö und findet an dessen linkem Ufer, Velezd gegenüber, 
das Dorf Dubicsäny und nahe dabei auf einer Bergflanke Sajö-Galgöcz. Auf dem 
Gipfel über diesem Dorfe sieht man noch genau die Schanzen einer einstigen Erdburg 
der Hussiten. Unterhalb folgt Sajö-Kaza in hübscher Lage am Flußufer zu Füßen des 
Berges. Es hat drei Kirchen und das schone Parkschloß des Kronhüters Baron Bela 
Radvanßky aufzuweisen, wodurch es der schönste Punkt des ganzen Thales wird. Neben 
dem Schlosse steht ein eigenes Gebäude für die große und werthvolle Bibliothek des 
Barons. Nahe am Orte liegt in der Flanke eines Berges die Grnbenanlage Kaczola, 
deren Kohle mittelst einer Industriebahn nach der Eisenbahnstation Vadna geschafft wird. 
Von hier gelangt man zur Mündung des Thales, in dem der Szuhabach herabkommt. 
Beiderseits des Baches liegen die slovakischen, griechisch-katholischen Dörfer Szuha-Kallö 
und Mucsony, letzteres mit einer Kohlengrube. Oberhalb im Thale folgt die stein 
kohlenreiche Gemarkung von Dißnös-Horvät. In diesem entlegenen Winkel wurde 
1830 der treffliche Bildhauer Nikolaus Jzsö geboren. In Kurittyän betrachtet man die 
schöne Besitzung des Barons Geza Radvanßky, mit Schloß, Wirthschaftsgebäuden und 
Musterwirthschaft. Längs der Grenze nach Gömör liegen Felsö-Nyäräd, Felsö- 
KelecsLny, Jäkfalva und Döveny mit bergigen, doch nicht unfruchtbaren Gemarkungen. 
Das schlichte, ärmliche Dorf Rudöbänya war einst Bergstadt. Seine reformirte Kirche 
ist ein umgestalteter Theil der einst hier bestandenen römisch-katholischen. Daneben 
stehen noch Trümmer des Ordenshauses. Im Jahre 1881 setzten die Witkowitzer Bergbau- 
und Eisenwerks-Aktiengesellschaft (Baron Rothschild und die Brüder Guttmann de Gelse) 
und Gras Emanuel Andrässy die seit langer Zeit brachliegende Eisengrube wieder in 
Betrieb. Jetzt erstreckt sich der Bergbau auf einen Raum von 209.650 Quadratmeter. 
Der Jahresdurchschnitt der Eisenerzgewinnung beträgt 2,257.000 Metercentner, die am 
Orte selbst gegen eine halbe Million Gulden Werth sind. Das gewonnene Eisenerz wird theils 
in geröstetem, theils in rohem Zustande an das Witkowitzer Eisenwerk, an die Eisenwerke 
des Grafen Geza Andrässy und an die des königlich ungarischen Bergärars abgeliefert. 
Die Zahl der Arbeiter beträgt an 1.500; sie wohnen theils bei der Grubenanlage, 
theils in den Nachbardörfern. 
Im Bödvathale sind die ebenen Strecken sehr fruchtbar, die Berge von mäßiger 
Höhe haben im Allgemeinen mittelguten Boden. Gleich wo die Bödva in das Comitat 
tritt, liegt das Dorf Szalonna, mit Eisenbahnstation und fruchtbarer Gemarkung. 
Daun folgt Szendrö mit schönen Schlössern und Parks der Grafen Csäky. In der 
Türkenzeit bestand hier eine wichtige Grenzfestung. Jetzt sieht man nur noch das Schloß, 
von der alten Burg auf dem Berge über dem Dorfe sind selbst die Grundfesten verwittert. 
Im Bett und längs der Ufer der Bödva sprudeln viele warme Quellen auf. Bei Borsod
	        
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