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Szakäl, zugetheilt. In weit spätere Zeit (1707) fällt die Erinnerung an den Onoder
Reichstag, welchen Franz Raköczi II., Fürst von Siebenbürgen, gegen König Joseph I.
einberief. Nach dem Zeugniß der Comitatsprotokolle entstand hier nach dem Tatareneinfall
eine Stadt namens Muhi, und dahin verlegte das Comitat seinen Gerichtshof im
XVI. Jahrhundert, als Miskolcz wegen der Türken nicht sicher genug erschien. Von
dieser Stadt ist jetzt keine Spur mehr zu sehen. Längs des Sajö folgen die Orte Nagy-
CsLcs, Sajö-Szöged und Sajö-Örös, mit vielen herrschaftlichen Besitzungen, was
auch die zahlreichen Schlösser in diesen schlichten Dörfern kennbar machen. In dem süd
östlichen Zipfel des Comitats hat sich das Dorf Szederköny eingenistet; es ist von wohl
habenden Bauern bewohnt. Von da an sind sämmtliche Ortschaften längs der Theiß:
Tißa-Palkonya, Tißa-Oßlar, Tißa-Kiirt, Tißa-Tarjän, Tißa-Keßi, Äroktö,
Dorogma, Tißa-Bäbolna, Tißa-Valk mit Schutzdämmen umgeben, da das Hoch
wasser der Theiß diese Gegend alljährlich mehr oder minder gefährdet. Wegen der häufigen
Überfluthungen sind nur die höher gelegenen Theile der Gemarkungen als Äcker verwendbar,
das Übrige bleibt Wiese und Weide. Äroktö ist bemerkenswerth, weil hier der sogenannte
Csörßgraben (Osörs? ärka) beginnt, der noch immer deutlich erkennbar ist, obgleich
sein Ursprung sich in vorgeschichtlichen Zeiten verliert. In den Gemarkungen von
Dorogma und Babolna, hier namentlich auf der Pußta Szil, findet man noch immer viel
alte Thonscherben und Schmucksachen aus der Zeit vor der Landnahme.
Der Unterlauf des Hejö bildet, da das Gefälle gering ist, zahlreiche weite Sümpfe,
in deren Röhricht Wildgeslügel nistet. Die Arbeiten zur Entwässerung dieser Gebiete sind
bereits im Gange. Dem User entlang liegen die blühenden Bauerndörfer H ejv-Kereßtur,
Hejö-Szalonta, Hejö-Papi, Hejö-Bäba und Nemes-Bikk. Die größte Gemeinde
dieser Gegend ist der schön gebaute Marktflecken Mezö-Csäth, mit 5216 Einwohnern
und Stuhlrichteramt. Handel und Gewerbe sind gering, desto einträglicher sind in der
ausgedehnten Gemarkung Ackerbau und Viehzucht. Die ungarische, größtentheils reformirte
Bevölkerung ist ein schöner, intelligenter Schlag.
In der Nachbarschaft von Csäth liegen mehrere wohlhabende Ortschaften. In
Jgriczi hat der verstorbene Dichter Michael Tompa seine Kinderjahre verbracht. Von
Gelej stammte Stephan Katona von Gelej, reformirter Bischof von Siebenbürgen, der
im XVII. Jahrhundert die erste ungarische Grammatik in ungarischer Sprache schrieb und
auch die Canons von Gelej verfaßte. Hier liegen ferner Nagy-Mihaly und Mezö-
Kereßtes. Die Bevölkerungen sind arbeitsam und verständig, ihre Häuser reinlich und
ordentlich, die Wirthschaftsgebäude gut in Stand gehalten, Pferde und Vieh ausgezeichnet.
Der Boden ist flach, so daß die Binnenwässer und aus dem Bükk kommende Bäche
keinen Abfluß finden, vielmehr zahlreiche Teiche, Moräste und Stauwässer bilden; sie