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ist für die Ernährung des Volkes wie für den Markt sehr wichtig. Sporadischer ist der
Anbau von Raps, Zuckerrüben und seit einigen Jahren von Cichorie, die seit der Errich
tung einer Surrogatkaffeefabrik zu Kaschau in Aufnahme kam. Der Obstbau ist allgemein,
doch ist das Obst meist von mittlerer Sorte und genügt nur dem örtlichen Bedarf.
Wichtiger war früher der Weinbau. Die Weine von Szikßö, Aßalö und besonders Szäntö
stritten mit denen der Hegyalja um die Palme. Da kam vor etwa 20 Jahren die Phyllo-
xera und zerstörte in ganzen Landstrichen die Weingärten. Am besten widerstanden ihr
die der Kaschauer Gegend, deren Gewächs jedoch im Allgemeinen nicht hervorragend ist.
Nördlich von Kaschau reift die Rebe nicht mehr.
Vieh- und Schafzucht waren blühend und einträglich, bis die Commassirung den
Gemeinweiden ein Ende machte, beziehungsweise sie größtentheils in Äcker verwandelte.
Jetzt stehen Pferde- und Viehzucht im Vordergründe.
Die Waldwirthschaft ist nach Umfang und Ergebnissen sehr ansehnlich. Auf dem
Cserehät, dem Tornaer Kalkgebirge und der östlichen Bergkette ziehen sich die Eichen-
und Buchenwälder meilenweit hin; das Schmöllnitz-Kaschauer Gebirge ist unten meist
mit Laubwald, obenhin aber mit ungeheueren Fichtenwaldungen bedeckt, so daß für Bau
zwecke, wie zum Brennen endloses Material abfällt.
Die Berge und Wälder bieten auch dem Wild die günstigsten Lagerplätze; doch ist
es trotzdem selten genug, besonders in den südlicheren Gegenden, aber selbst in den großen
Fichtenwaldungen des Nordens.
An Mineralien ist das Eomitat ziemlich reich. An Eisenerz werden im Schmöllnitz-
Kaschauer Gebirge jährlich 70.000—80.000 Metercentner gewonnen, Kupfererz kommt
von Ober-Metzenseifen, silberhaltiges Antimonerz von Arany-Jdka, Antimonit von
Jäßö-Mindßent; auch im Eperies-Tokajer Gebirge wird zu Telkibanya Bergbau betrieben.
Guter Sandstein wird längst des Tornabaches gebrochen, Kalktuff bei Görgö, Kalkstein
zum Brennen und Bauen bei Zsarnö, Szepsi, Jaßö und Rudnok. Kürzlich wurde bei
Somodi ein Kohlenbergwerk eröffnet. Vorzüglicher Rhyolith-Tuff, gute Porzellanerde
und Trachytsorten werden in der Gegend von Telkibanya gewonnen, Mühlsteine bei
Szaläncz und Rank. Die Eisen- und Kupfererze werden in den nördlichen Thälern durch
etwa 200 Hämmer verarbeitet.
Wann diese schöne, mit so mannigfaltigen Naturschätzen gesegnete Gegend sich als
Eomitat constituirt hat, ist nicht mit Sicherheit bezeugt. Die Geschichte meldet bloß, das
Hernadthal habe zu den großen Besitzungen des Geschlechtes Aba gehört, die zum anderen
Theile am Fuße der Mätra, im jetzigen Heveser Comitate, gelegen hätten. Daß diese beiden
Gegenden vor Alters zusammenhingen, ist auch durch gemeinsame Ortsnamen bezeugt,
die schon in den ältesten päpstlichen Zehentregistern Vorkommen und noch jetzt in Abaüj,