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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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einstige Haus der Grafen Haller und das Rathhaus, das nach der Feuersbrunst um ein 
Stockwerk erhöht wurde. An der südlichen Ecke der Hauptstraße steht die Residenz 
des griechisch-katholischen Bischofs nebst Kathedrale, beide an der Stelle des einstigen 
Karmeliter- und späteren Minoritenklosters, sowie der zugehörigen Kirche, beziehungsweise 
aus diesen umgestaltet. In der bischöflichen Residenz ist die durch den Geschichtschreiber 
Johann Kovacs gegründete, reiche und werthvolle Bibliothek aufbewahrt. Gegenüber 
erhebt sich am Jökai-Platz das neuerbaute griechisch-katholische Priesterseminar, und von 
diesem nördlich geht am Rande des einstigen Burgplatzes der schönste Promenadeweg der 
Stadt ab, der eine Aussicht auf die Basteien bietet. 
Außer den erwähnten gibt es in Eperjes noch drei Kirchen: die der Franziskaner 
nnt zwei Thürmen, dicht neben ihrem Kloster, das Bethaus der Israeliten und schließlich 
die evangelische Kirche, neben der Hauptkirche, in unmittelbarer Nähe des ehrwürdigen 
Collegiums, das seit 1867 zwei Stock hoch ist und dessen nördliche Fa^ade sich direct dem 
einstigen Richtplatze der Opfer Caraffas zuwendet. In diesem Collegium befinden sich jetzt 
ein Ober-Gymnasium mit nahe an 300 Schülern, eine Lehrerbildungsanstalt, eine theo 
logische und eine Rechts-Akademie; die letztere nimmt nach der Zahl ihrer Hörer den 
dritten Platz unter den ungarischen Rechtsakademien ein. 
Das evangelische Gymnasium hat ungefähr die gleiche Schülerzahl, wie das aus 
dem Landes-Studienfonds erhaltene königliche katholische Obergymnasium, dessen schöner 
Neubau am Nordende der Promenade im Jahre 1890 auf Kosten eines wackeren Bürgers 
von Eperjes und Grundbesitzers im Comitate, Ludwig Szent-Andrassy, errichtet wurde. 
In der Nahe dieses Gymnasiums sind noch zwei Schulen: die staatliche Bildnngsanstalt 
für Kinderbewahrerinnen und die durch den ehemaligen Kaschauer Bischof Constantin 
Schuster gegründete Mädchen-Erziehungsanstalt „Stephanie". 
In Eperjes als Comitatssitz befindet sich auch das Comitatshaus, das zum großen 
Theil noch ein Barockbau ist; später wurden die Staatsanwaltschaft und das Gefangen 
haus angebaut; die Räume der einstigen Districtstafel nimmt jetzt der königliche Gerichts 
hof ein; außerdem gibt es in Eperjes ein Bezirksgericht, und auch die Advocatenkammer 
des Bezirkes hat da ihren Sitz. 
Auch das Handwerk hat in Eperjes seine alte Rolle ausgespielt; die Fabriksindustrie 
ist durch eine Öfenfabrik, eine Weberei und die hier befindliche Direction der Nagysaroser 
Knnstmühle vertreten; dem Geldgeschäft dienen außer der schon seit 1844 bestehenden 
Sparcasse zwei Banken. 
Ein ständiges Theater fehlte der Stadt bis zum Jahre 1881, wo sie das jetzige, 
zwar nicht große, aber hübsch ausgestattete Haus erbaute. Dieses Theater, der benachbarte 
schöne und große Tanzsaal und die in der Umgebung befindlichen geselligen Vereine sind
	        
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