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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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Der Weg von Hethars über das Pußtamezö berührt zuerst die Tarköer Burg 
der Tarczay, dann Lubotin, einen Familienbesitz der Dessewffy, und das gleichfalls schon 
erwähnte Palvcsa. Hier fließt bereits die Popper, an der man stromaufwärts nach 
Lublö in der Zips, stromabwärts zwischen steilen Waldbergen über Orlö nach Leiuchöw 
in Galizien gelangt. 
Um die übrigen Theile des Saroser Comitats kennen zu lernen, macht man am 
besten von Eperjes ans vier Ausflüge in vier Richtungen. Zuerst in der Richtung Eperjes- 
Siroka, über den Branyißkö-Berg; in eisenbahnloser Zeit war dies die Hauptstraße 
zwischen Saros und der Zips. An dieser Linie oder nahe dabei liegen: Kis-Säros, 
Zsebsalu, dann Kajata, das nebst den umliegenden Dörfern im XIII. Jahrhundert aus 
Bankbäns Besitz consiscirt wurde; Szinye und Szinye-Ujfaln, woher die Szinyei- 
Merse stammen, Berthöt und H edri, wo die Berthöty und Hedri her sind, dann Fries, 
>vo das freiherrlich Ghillany'sche Schloß ans dem XVII. Jahrhundert, ein vorzüglicher 
Renaissancebau mit interessanten Sgrafsitobildern Aufmerksamkeit erregt. In der Gruft 
der ungefähr ebenso alten Kirche zu Szinye wurde Andreas Keczer, eines der Caraffa'schen 
Opfer bestattet. Aus der anmuthigen Umgebung des Szinyethales seien noch Jernye, 
Jzsep, Klemberk und Szent-Jmre erwähnt, sämmtlich mit Herrensitzen, dann das 
nach seinen Besitzern benannte Piller-Peklen, und schließlich das Dorf Szinye- 
Lipöcz,.mit heilkräftigem Mineralwasser, einer versinternden Cementqnelle, einer Tropf 
steinhöhle und wildromantischen Felsbildungen. Siroka hat, seitdem der Verkehr über 
den Branyißkö abgeuommen, seine Wichtigkeit verloren; das südlich gelegene F elsö-Vitez 
hat im Jahre 1831 von sich reden gemacht, als die Cholera dort einen Bauernaufstand 
zur Folge hatte. 
Südlich von Eperjes liegt unfern der berühmte Salzsiedeplatz SoVar (Salzburg). 
Die Gemeinde ist aus drei Theilen (Töt-Sövär, Nemet-Sövär und Söbanya) 
zusammengewachsen und nach den drei königlichen Freistädten der größte und bemerkens- 
wertheste Ort des Comitats. Die Einwohnerzahl (2739) erreicht beinahe die von Zeben. 
Auch in ethnographischer Hinsicht ist Sövar ein Ort von besonderem Interesse, indem die 
Bewohner seines als .nomot' (deutsch) bezeichnten Theiles, durch Josef II. angesiedelte 
Schwaben, größtentheils selbst mitten in diesem slovakischen Element sich ihre Nationalität 
in spräche und der hübschen Tracht, auch in der gewandten Spitzenklöppelei bewahrt 
haben. Das salzhaltige Wasser von Sövär war schon im Jahre 1285 Gegenstand einer 
Schenkung, wurde jedoch lange Zeit nur wenig verwerthet. Von 1572 bis 1752 wurde 
das Salz hier bergmännisch gewonnen, dann aber wurden die Bergwerke durch einge 
drungenes Wasser ersäuft, und seitdem wird das Wasser in Schläuchen gehoben und das 
Salz durch Sieden hergestellt. Neuestens ist auch die Verwendung des Salzwassers
	        
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