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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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entsprechen. Die Leinendamastfabrik zu Eperjes hat gegen 40 Webstühle und erzeugt 
Weißwaaren aller Art in vollkommen concurrenzfähiger Qualität, die im In- und 
Anslande einen beträchtlichen Markt haben. 
Einen bedeutenden Handelsartikel des Comitats bilden schließlich die Mineralwässer; 
vom Szinye-Lipöczer Salvator-Wasser allein gehen jährlich eine Million Flaschen durch 
ganz Europa und noch weiter. 
Von nicht geringem Einfluß ans die wirthschaftlichen Zustände des Comitats war 
dessen Einbeziehung in das Eisenbahnnetz. Sie begann 1870 mit der Eröffnung desKaschau- 
Aboser Abschnittes der Kaschau-Oderberger Eisenbahn und der Linie Abos-Eperjes. Zwei 
Jahre später wurde die Bahn von Abos bis Poprad und dann bis Oderberg 
weitergeführt, und 1873 auch die Linie Eperjes-Orlö, welche über Nagy-Säros, Zeben 
und Hethärs das Säroser Comitat mit Galizien verbindet, dem Verkehr übergeben. 
Im Jahre 1895 wurde die Linie Eperjes-Bartseld eröffnet, deren Verlängerung nach 
Galizien hinein erfolgen soll. 
Der Religion nach ist die Mehrheit der Bevölkerung, mit 84 Procent, katholisch, 
und zwar gehören 53 Procent dem lateinischen, 30 Procent dem griechischen Ritus an; die 
Evangelischen Augsburger Confession machen 8 Vs, die Inden 7 Procent der Bevölkerung ans. 
Der Sprache nach ist die Mehrheit, 67 Procent, slovakisch, etwa 21 Procent sind Ruthenen, 
7 Procent Deutsche und nur 3'/» Procent Magyaren. Die Vertheilung der Religionen, 
Sprachen und Nationalitäten hat sich im Laufe der Zeiten fortwährend geändert. Zweifellos 
war die Zahl der Protestanten in Säros bis zum letzten Viertel des XVII. Jahrhunderts 
verhältnißmäßig viel größer als jetzt, und auch die Grnppirung der Nationalitäten war 
noch zu Beginn dieses Jahrhunderts viel bunter, da damals die städtischen Bevölkerungen 
auch mit Wenden, Raizen und Griechen gemischt waren; auch das Verhältniß der 
Nationalitäten war in älterer Zeit anders als jetzt, und zwar dem magyarischen Element 
günstiger. Durch das ganze Comitat hin finden sich Namen einzelner Gelände, Flüsse und 
Ortschaften, welche beweisen, daß dort einst Magyaren gewohnt haben; zu Beginn des 
XVIII. Jahrhunderts wurden in Nagy-Säros und Häthärs die Gemeindeprotokolle noch 
in ungarischer Sprache geführt, ja man findet in den Dörfern gegen Abauj hin und längs 
des Szekcsö stellenweise noch jetzt Bauernfamilien von kernmagyarischem Namen, deren 
Mitglieder kein Wort ungarisch können. Jndeß, was das magyarische Element in der 
bäuerlichen Schichte eingebüßt hat, ersetzt sich in den Städten durch das Streben der 
Bevölkerung, sich zu magyarisiren, das auch in Säros mit erstaunlicher Raschheit 
um sich greift. Das Vermengen der ungarischen Sprache mit lateinischen, deutschen und 
slovakischen Wörtern und die slovakisirende Aussprache des Ungarischen, einst der 
unerschöpfliche Stoff zur Verspottung der Säroser, weicht immer mehr dem Rein-
	        
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