400
nacheinander die Weinorte Cserteß, Lehöez und Szerednye. In Lehöcz besteht auch
ein trefflich eingerichtetes Sägewerk, dessen Fournierblätter und Platten meist nach
auswärtigen Plätzen gehen.
Der Bergvorsprnng von Szerednye war mit Weingärten von großer Ausdehnung
bedeckt, die nicht nur im Comitat ansässigen Gutsbesitzern, sondern auch größeren Herrschaftsbesitzern
in den Nachbarcomitaten gehörten und von ihnen cultivirt wurden.
Leider sind sie der Phylloxera zum Opfer gefallen und mit der Neubepflanzung ist
erst an wenigen Punkten begonnen. In Szerednye, dem Hauptsitze des Weinbaues,
waren die Zeiten einst besser als jetzt. In dieser volkreichen Gemeinde besaß Stephan
Dobö, der Held von Erlau, eine befestigte Burg, von der nur noch Trümmer zu sehen
sind. Nach Dobö gehörte sie den Raköczi, dann den Grafen Forgach. Südlich von Szerednye
liegt die gut bevölkerte Ortschaft Dubröka, und wenn wir noch Valkaja und Oroß-Komoröcz
erwähnen, sind wir mit der Schilderung des von Ruthencn bewohnten
Gebietes zu Ende.
Von dem nächsten Orte Putka-Hclmccz weiter bis an den Ungflnß sind die Ortschaften,
mit Ausnahme von Vißvka und Palöcz, schon alle magyarisch. Längs der Latorcza
liegen Nagy- und Kis-Geöcz, wo die Familie Läßlö eine berühmte Glockengießerei
besitzt. Angrenzend liegt Csäßlöcz, mit dem schönen Ahnenschlosse der Familie
Petrovay.
An dem Straßenzug Ungvar-Nagykapos liegt Tarn ö cz, Stammveste der Familie
Bernath und einst Wohnort Sigmund Bernaths, der zu den besten Söhnen des Comitats
gehörte. Dann folgt seitab Dobö-Rußka, einst Besitzung Stephan Dobös, der auch hierin
der Gruft der römisch-katholischen Kirche bestattet ist. Später kam es als königliche
Donation an die gräfliche Familie Zichy, die das jetzige schöne stockhohe Schloß erbauen
ließ. Es ging dann in das Eigenthum des Grafen Johann Butler über, der zu Beginn des
XIX. Jahrhunderts durch eine große Stiftung die Errichtung desLudoviceums ermöglichte.
Besitzung und Schloß gehören jetzt der Familie Mauthner. In der Nachbarschaft liegt
Gälocs, dessen ausgezeichneter Tabak im ganzen Lande berühmt ist.
Westlich der vom Tißahät ausgehenden Comitatsstraße liegt Vajan am Laborczfluße.
In der Nähe lag einst ein Ort Namens Arad, wo König Bela der Blinde, als er
im Jahre 1132 den Angriff des Prätendenten Borics von Polen her erwartete und mit
seinen Truppen nach dem Engpässe von Vereczke zog, Halt machte und jene Tagung
abhielt, auf der zur Sühne für die Blendung des Königs 68 Magnaten niedergemetzelt
wurden.
Südlich von Vajan liegen die wohlhabenden, volkreichen Gemeinden Jske, Bees
und Csicser. Im Archive der Familie Csicsery zu Csicser wurde 1871 durch Mit-