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derselben Stelle ein neues schönes Comitatshaus gebaut, der alte enge Platz aber
erweitert wurde. Er erhielt eine ganz neue schöne Gestalt und ist jetzt von der großen
Kirche der Reforinirten und ihrem Zinshause, den städtischen Waarenhallen und dem
Gerichtsgebäude umgeben. Hübsche Gebäude sind auch das Zinshaus der Creditanstalt,
die Synagoge, das Gymnasium, die Bürgerschule für Mädchen, das Haus der Finanz-
direction und zahlreiche Privatwohnhänser.
Westlich von Beregßaß, in der südlichen Ebene des Comitats, liegt die Groß
gemeinde Mezö-Kaßony, die auch Bezirkssitz ist, und beinahe südlich von hier
Vasaros-Nameny am linken Ufer der Theiß. Dieser dem Szatmärer Comitat
benachbarte magyarische Marktflecken hat eine im XIV. Jahrhundert erbaute Kirche, die
jetzt den Reforinirten gehört. Die Ortschaft gehörte schon im XIV. Jahrhundert der
Familie Lönyay. Von hier stammte Anna Lönyay, Gemahlin Johann Kemeny's, Fürsten
von Siebenbürgen, deren einstige kleine Burg jetzt in Trümmern liegt. Östlich vom Orte
liegt die magyarische Großgemeinde Mezö-Tarpa, am rechten Theißnfer. Zur Zeit der
Ärpäden hatten hier die Tempelherren und nach ihnen die Johanniter ein Ordenshaus.
Die Großgemeinde erhielt schon 1626 von Gabriel Bethlen das Privileg der Mauthfreiheit
und 1665 von König Leopold die Marktgerechtigkeit. Die schönsten Privilegien jedoch
verlieh ihr Fürst Franz Räköczi II., und zwar hauptsächlich, weil zu Beginn seiner
Kümpfe die Tarpaer die ersten gewesen waren, die sich unter Thomas Eße's Führung
ihm anschlossen. Darum befreite er in seinem am 25. August 1708 aus dem Erlauer
Lager erlassenen Privilegiumsbrief die Tarpaer von allen Frondiensten und Lasten,
verlieh der Gemeinde die selbständige Gerichtsbarkeit, das Marktrecht, das Recht über
Leben und Tod und erhob sie in die Reihe der Hajdnkenstädte, mit der Anordnung, daß
die männlichen Sprößlinge der Familie Eße für immerwährende Zeiten das Amt des
Stadthauptmanns führen sollten und daß der Ort mit Graben und Pallisaden befestigt
werde. Diesen Privilegien der Stadt machte jedoch der Szatmärer Friede 1711 ein Ende.
Östlich von Tarpa, am Südrande des Comitats, liegt die Großgemeinde Mezö-Vari,
am rechten Theißufer, mit magyarischer Bevölkerung. Hier stand einst am Zusammenfluß
der Theiß und Borzsa die alte Burg Borzsova, die nach dem Anonymus Notarius bei
der Landnahme von einer bulgarischen Besatzung gegen die Magyaren vertheidigt, von
diesen aber nach dreitägigem Kampfe erobert wurde. Spuren von ihr sind auf der
Burgstätte namens Szent-György noch jetzt zu sehen. Nach dem Tatarensturm ließen sich
auch hier fremde Einwanderer nieder, die im Jahre 1354 von Elisabeth und Ludwig dem
Großen bedeutende Privilegien erhielten. 1445 gelangte der Ort an Johannes Hunyadi.
Später wurde er als königlicher Besitz der Munkacser Festung und Herrschaft angegliedert,
deren Schicksal er theilte. Die ganze Gemeinde ist reformirt, sie hatte schon Ende des