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Full text: Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild: Ungarn, Band 5, 2. Abtheilung

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Blickt man von dieser Thalebene nach Norden und Osten, so sieht man die 
herrlichsten Gebirgslandschaften vor sich. Dreifach und vierfach reihen sich die Berge 
hintereinander, schneeige Alpen blinken im winterlichen Sonnenschein, im Frühling und 
Sommer aber ruht das Auge auf dunkelgrünen und in der Ferne immer blaueren 
Bergen aus. 
Die Zahl dieser Alpen ist überaus groß, da in Maramaros der obere Theil jedes 
Berges, wo schon der Wald aufhört und blos Gras gedeiht, „Alpe" heißt. Die 
bedeutenderen dieser Höhen sind: im Norden die Popägya („Popenfrau", 1742 Meter), 
der Nigrovecz („Schwarze", 1712 Meter), der Mencsnl (1481 Meter) und der 
Szvidovecz (1883 Meter). 
In der nordöstlichen Gegend erhebt sich über dem Thale der Schwarzen Theiß das 
Csorna-Hora- (Schwarze Spitze) -Gebirge, das schon zu den hohen Gebirgen gehört. 
In dieser Gruppe erheben sich: der Pietroß („Steinige", 2022 Meter), die Hoverla 
(„Hohe Berg", 2058 Meter), die Csorna-Hora (2026 Meter). Diesen Bergriesen 
schließt sich jenseits der Weißen Theiß der Pop-Ivan (1940 Meter) an, dessen 
südöstliche Fortsetzung die Alpe Torojaga (1939 Meter) bildet. Unter den Radnaer 
Alpen, die den Ostkarpathen angehören, ist der Nagy-Pietroß (große Pietroß, 
2305 Meter) der höchste, und südöstlich von ihm erreicht das Czibles-Gebirge 
1842 Meter. 
Die südlichen Grenzlinien bildet ein langer Trachytgrat, der Gutin, mit den 
Hauptgipfeln Lapos (1336 Meter), Gutin (1447 Meter), Köhät (1241 Meter) und 
unterhalb gegen Westen der Viskikö (917 Meter). 
Die Maramaroser Alpen sind mit wenigen Ausnahmen bis an den Gipfel zu Fuße 
und zu Pferde ersteigbar. Von den Gipfeln blickt man ringsum auf eine ganze wogende 
Bergwelt. Uralte Tannenwälder krönen die Alpen und zwischen den Bergreihen senken 
sich tiefe Thäler ein, auf deren Grunde rauschende Bäche dahineilen; das Alles gibt ein 
überaus reizvolles Bild. 
An Gewässern ist das Comitat sehr reich. Außer dem Hauptflusse, der Theiß, hat 
es noch fünf flößbare und mehrere kleinere Flüsse nebst unzähligen Bächen und Rinnsalen. 
Die Theiß entsteht aus zwei Armen. Der Hauptarm, die Schwarze Theiß 
(Fekete Tißa) entspringt nordwestlich vom Grenzorte Körösmezö auf der Alpe Okola 
(Akol) in einer Höhe von 1229 Meter, braust bis zum Wehr Tißcsora (Tißalejtö) 
als Gebirgsbach hinab, wird dort flößbar, wendet sich dann alsbald nach Süden, 
durchschneidet die Ortschaften Körösmezö, Borkut und Bilin und vereinigt sich bei 
Akna-Rahö mit der Weißen Theiß. Die Weiße Theiß (Feher Tißa) entspringt südöstlich 
der Ortschaft Luhi, zwischen den Bergen Radul und Nenyisku, fließt erst gegen Nordwest,
	        
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